Hallo Christoph,
ähm ... Tippfehler/Lesefehler ? ;-)
Wohl eher ein typischer Fall von Gedankenlosigkeit ;-)
Man soll sich nur an die selbt vergebenen Regeln halten - wenn da steht, daß die Vorschaltseite an einem bestimmten Tag endet, soll sie das doch bitte auch tun.
Jo, stimmt schon. Ich muss halt, wenn ich so was anleiere, wohl doch auch selber mehr drauf achten.
Vielleicht hats noch keiner _wirklich_ verstanden? Ich kann es nicht beurteilen, ich übersehe die mögliche Tragweite bisher auch noch nicht.
Ich ehrlich gesagt auch nicht. Aber klar sein duerfte zumindest, dass die Richtlinie nicht vom Tisch ist, sondern lediglich "weitgehende Aenderungen" erhalten soll. Welche das sind, und welche Konsequenzen das hat, ist natuerlich schwer abzuschaetzen, wenn man nicht voll in den Details drinsteckt. Heise schreibt:
"Demnach sollen Geschäftsmethoden und Algorithmen keinen staatlichen Monopolschutz erhalten und patentierbare Erfindungen auch im Computerbereich durch einen Bezug auf die Technik und die hinter ihr stehenden "Naturkräfte" eingegrenzt werden. Auch der Interoperabilitätsartikel 6a, nach dem Konvertierungsmethoden für den Datenaustausch zwischen Computersystemen keinen Verstoß gegen ein Patent darstellen, wurde entgegen entsprechenden Vorschlägen nicht gestrichen. Schutzansprüche auf reine Programme, die in einen Computer oder ein Netzwerk geladen werden, soll es nicht geben."
Das erste - also die Sache mit dem staatlichen Monopolschutz, der angedacht war und nun verhindert werden soll, verstehe ich noch. Aber das zweite - dass patentierbare Software-Erfindungen durch Bezug auf die Technik und die dahinterstehenden Naturkraefte eingegrenzt werden sollen - hm, das klingt fuer mich doch irgendwie arg nach PSI-Factor. Die Sache mit den Konvertierungsmethoden, die nicht geschuetzt werden sollen, verstehe ich dagegen wieder sehr gut und bin sehr froh darueber. Man stelle sich nur mal vor, saemtliche Algorithmen fuer Packverfahren seien patentiert ... haette mal ganz konkret auf Webprojekte angewendet den Effekt, dass wir hier z.B. keine gzip-Inhalte mehr ausliefern koennten und den 3-4fachen Traffic haetten.
Ich denke wahrscheinlich nicht ganz falsch, wenn ich meine, daß das Forum zumindest einen Teil der "Szene" durchaus repräsentiert.
Das Forum hat zwar den Ruf, dass hier viele kluge Koepfe verkehren. Aber je mehr fruchtlose Plapper-Threads voller Halb- und Viertelwissen, dafuer mit um so mehr Geflame, desto staerker verliert das Forum diesen Ruf.
Wir hatten unlängst an anderer Stelle eine Frage zu den SELF-Themenchats. Bietet es sich nicht an, das Thema "Softwarepatente" zum Thema eines solchen Chats zu machen?
Auf jeden Fall! Allerdings muesste in dem Fall wohl tatsaechlich der Moderator sich ein wenig Vorwissen aneignen, um die Sache ordentlich zu leiten. Denn das Problem scheint ja wirklich zu sein, dass die Gefahren, die mit einer Patentflut im EDV-Wesen verbunden waere, nicht genuegend erkannt werden. Es werden z.B. immer die paar gleichen Beispiele genannt (One-Click-Technologie von Amazon usw.), aber es muesste den Leuten viel klarer gemacht werden, dass das, was dann kommen wuerde, fast immer auch sie selber betrifft - egal was sie nun an ihren Rechnern treiben. Solche Beispiele zu diskutieren und mal etwas genauer auseinanderzuklaemuesern, was nun genau hinter der Richtlinie und den jetzt errungenen Einschraenkungen steckt, waere wirklich ein schoenes Themenchat-Thema.
viele Gruesse
Stefan Muenz