Hi Ludger,
OK, Du hast mit Christian noch eine Rechnung offen wegen des suffisanten Bezugs auf Deine E-Mail. Das habe ich jetzt verstanden.
Du wirfst alle DEVs in einen Topf, auch das klingt in verschiedenen Postings an.
spricht das gegen C++ oder nur gegen die hier eingesetzte Software?
nö, es zeigt eigentlich nur wie schlampig du bei der Codekontrolle warst,
mit Perl waere das nicht passiert.
In gewisser Weise ist das richtig, C-Programmierung bietet mehr Möglichkeiten, sich grundlegend zu verpeilen. Prinzipiell bietet aber auch Perl ausreichende Horizonte für Unfug und Instabilität. Und aufgrund Deiner Proggererfahrung solltest Du wissen, dass sie regelmäßig auch eingesetzt werden *g*
Deine C++-Verpeilung macht aber etwas deutlich, was mich stört: Wenn Du die Software grundlegend kritisieren willst, müsstest Du bereit sein, die vorliegende Lösung erstmal wirklich zur Kenntnis zu nehmen.
Deine Kritik finde ich im schlechten Sinne abstrakt und allgemein. Zunächst mal zur Sachlage:
Die Software, die hier läuft, ist bis auf bestimmte Anpassungen ein Privatprodukt von Christian Kruse, kein Selfprojekt, über das wir als DEVs oder als Forum verfügen könnten. Auch Deine Reklamationen müssten das stärker berücksichtigen: Er kann die Sache genau so implementieren, wie es ihm passt. Wenn Du ihn überzeugen willst, dass eine Software vorzuziehen wäre, die mehrere Foren paralell verwalten kann, ohne mehrfach in einer jeweils eigenen Umgebung gestartet zu werden, müsstest Du Dir die vorhandene Lösung genau ansehen und zumindestens einige Eckpunkte nennen, wie Du das anfassen würdest. Dabei sind auch die Besonderheiten der Hardware zu berücksichtigen, vor allem Mehrprozessorfähigkeit und eventuell Verteilung auf mehrere Maschinen.
Trotz einiger Friktionen in der letzten Zeit, die auf wirklich murphysche Weise mit Christians Offline-Zeit zusammenfielen, hat sich sein Ansatz in der Praxis als leistungsfähig erwiesen, vor allem auf dem alten Rechner, der den Betrieb mit der Perl-Variante nicht mehr hätte tragen können. Das Tempo, mit dem alles jetzt trotz der zahlreichen zusätzlichen Features läuft, ist ein weiteres Argument. Jeder "my"-User bekommt seine spezifische Sicht geliefert, praktisch ohne relevante Wartezeit, auch bei Hochbetrieb.
Zudem wird stetig an der Software gefeilt, und zwar im Sinne sinnvoller Features, etwa der wachsenden Möglichkeiten für registrierte User, da hat Christian stets ein Ohr für sinnvolle Vorschläge.
Also gut, zurück zu meinem Thema: Natürlich gibt es Animositäten, besonders bei Postern, die selbst rigide auftreten, aber besondere Rücksichtnahme erwarten. Wenn diese Animositäten Bestand haben sollen, muss man sie pflegen, etwa indem man bei passender Gelegenheit auf alte Konfrontationen zurückgreift, sich erneut im Ton vergreift, Leute als Birnen abtut usw.
Aus meiner Sicht: Ich finde das insgesamt doch eher nervig, auch wenn es natürlich mein persönlicher Irrsinn ist, hier Verantwortung mitzutragen, und mit dieser geistigen Schieflage entsteht natürlich auch der Effekt, dass man für einige zur Zielscheibe wird, was ja irgendwie zur masochistischen Grundhaltung passt.
Dass hier etwas besteht ist Resultat von zwei Kräften, der organisierenden Kraft der DEVs, die die Voraussetzungen liefern, und der technischen Intelligenz der Poster, die hier Qualität liefern. Insgesamt verwischen sich für viele die Grenzen zwischen diesen Positionen, etwa, indem sich jetzt die Strukturen immer stärker öffnen, etwa wenn Leute aus dem Forum an SELFHTML 8.1 mitarbeiten oder durch die Veröffentlichung von Artikeln usw. Durch den Verein und andere organisatorische Formen wird das auch leichter, weil nicht mehr wie früher eine Einzelperson den Kopf für Folgekosten hinhalten muss.
Wenn wir das Projekt auf Dauer erhalten und immer wieder interessant machen wollen, gehört dazu gegenseitiger Respekt, Kollegialität, die ruhig auch mal rauhbeinig sein darf, nicht aber feindselig, sonst verlieren zu viele die Lust. Ich bin froh, dass so unterschiedliche Leute dabei sind, ich mag CK nicht nur auf Grund seiner Proggerkompetenz, sondern vor allem auch wegen seiner trockenen Art, ähnlich wie Cheatah oder at, die ich mit ihm als Meister des lapidaren Kurzpostings mit Tiefgang bezeichnen würde. Du siehst, dass ich dabei bin, mich auch in diese Richtung zu entwickeln.
Auch für Dich ist da ein Platz, mit Deiner schrägen Mischung aus formaler Intelligenz und Sozialrocker. Ein bisschen mehr Humor wäre manchmal nett und Respekt für die, die sich hier mit Produkten aller Art aus dem Fenster lehnen. Was ist daran eigentlich so schwer? Ich kenne diese eigenartige Rolle des kritischen Kritikers aus so vielen Kontexten, so eine Art "Ich bin der Feind im Inneren" - Haltung. Was ist eigentlich der Gewinn dieser Haltung. Es wirkt so verbissen, insofern natürlich auch lustig, wenn man einen Abstand davon hält.
Viele Grüße
Mathias Bigge