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Hallo Felix,

Menschen wachsen nach, weltkulturelle Erbgüter nicht.

Vor allem gibt's viel mehr davon, an viel mehr Orten, deswegen ist das Menschenrecht jedes Einzelnen auf Leben und Würde so viel schwerer umzusetzen, sobald diese(r) Einzelne das nicht mehr aus eigener Kraft schafft und die, von uns in den Industriestaaten durcheinander gebrachte, Natur zuschlägt. Mit 600 Millionen Euro könnte man in Mosambik sicherlich eine Menge erreichen, allerdings sind das gerade mal 350 Euro pro Betroffenem. Und dann melden sich noch Simbabwe und Malawi. Und das war nur ein Zyklon von vielen. Was ich sagen will: Soviel kann man gar nicht spenden, um in aller Not zu helfen. Was heute durch Spenden aufgebaut wird, bläst der nächste Zyklon wieder weg. Das deprimiert. Und demotiviert.

Hinzu kommt: für einen französischen Konzern ist es viel bessere Imagewerbung, $$10^8 €$$ für Notre Dame zu spenden als für <sarkasmus sicht="französischer Chauvinist">irgendwelche abgesoffenen Afrikaner, die noch nicht einmal französische Kolonie waren</sarkasmus>. Hinzu kommt, dass sie zu arm sind, um ihnen Champagner oder LV Schuhe verkaufen zu können. Das ist ein arges Hemmnis für die Hilfsbereitschaft.

Das ist alles traurig. Und sicherlich ein Grund, eher für Idai-Opfer als für Notre Dame zu spenden. Aber man weiß ja auch nicht, ob LVMH oder Kering für Afrika gespendet haben und mein böser Spruch oben gar nicht zutrifft.

Rolf

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sumpsi - posui - clusi
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