marctrix: Feuer in Paris

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Hej Auge,

Es ist zwar wahr, aber man hilft nun mal für das, was einem spontan wichtig ist.

Klar, jeder gewichtet selbst, wofür man sein Geld ausgibt und wofür man spendet. Einen Blick auf das Selbst gewährt das aber eben auch.

Mir kam es auf das „spontan“ an. Ich glaube, während sie dem Brand zusahen, hatten viele Menschen bereits beschlossen, zum Wiederaufbau der Kathedrale aus persönlicher Betroffenheit zu helfen.

Ich glaube nicht, dass in dem Moment eine Abwägung zwischen mehreren spendenoptionen statt gefunden hat.

Wie Bernd schon richtigerweise anmerkte. Du spendest ja auch unnötigerweise, wenn du schenkst. Seine wir doch mal ehrlich: wie oft stehen Geschenke nur rum, werden weggeworfen, im besten Fall umgetauscht und sind bestenfalls „nice to have“. Absurd im Angesicht sterbender Kinder?

Ja, aber das zeichnet uns Menschen eben aus. Wir leiden mit jenen, die uns vor Augen sind.

Willst du deinen Kindern erklären, dass du sie genauso lieb hast wie alle anderen Eltern ihre Kinder lieb haben, auch wenn du ihnen nichts schenkst, weil die Kinder in Afrika das Geld viel dringender nötig haben!

Es gibt tatsächlich Menschen, die so etwas tun. Ich glaube „machine gun preacher“ (oder so) heißt ein Film, in dem einem solchen Menschen ein Denkmal gesetzt wurde, der alles, was er erschaffen hatte zum Leidwesen und gegen den Willen seiner Familie verkauft hat, um Kinder in Afrika zu retten.

Aber das sind nun mal Ausnahmen. Darüber nachdenken lohnt dennoch und weil es solche Beispiele gibt, wissen wir auch, dass es nicht stimmt, wenn uns Menschen einreden wollen „das geht doch nicht“!

Doch es geht. Aber es ist auch mit sehr viel Enttäuschung für diejenigen verbunden, die uns umgeben, die uns Nähe sind und die wir lieben. Die auch das Gefühl haben, eine Art Anspruch zu haben, bedacht zu werden.

Unsere Gesellschaft müsste sich dahin entwickeln, damit das allgemein anerkannt wird und nicht einzelne als Freaks dastehen und deren Angehörige das Gefühl haben, nicht gelie9zu werden.

Meiner Meinung nach ist viel davon im europäischen Gedanken und die schleichende Auflösung der Nationalstaaten wird vermutlich in einem superstaat du enden, sympathischer wäre mir aber, die Nationalstaaten würden ersetzt durch organisatorische Netzwerke, die beispielsweise den Austausch von Rohstoffen oder Arbeitskräften organisieren, ohne staatliche Gebilde, die sich immer durch Abgrenzung definieren, statt durch das gemeinsame lösen von Problemen zum Wohle aller.

Noch sind wir da nicht und vielleicht haben wir uns gegenseitig ausgerottet, bevor wir da ankommen. Vielleicht finden wir auch andere Alternativen. Derzeit können wir nur Vorbild sein. Das sollten wir natürlich auch.

Marc

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Ceterum censeo Google esse delendam
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Feuer in Paris

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