<b> Ohne dir nahetreten zu wollen aber der Mann hat Recht !! </b>
Philosoph: Internet bringt dramatischen Wissensverlust
"Wir entwickeln uns nicht in eine Wissensgesellschaft [...] Bei auswendig gelerntem Wissen schneiden wir im Vergleich zu früheren Zeiten miserabel ab."
- Die Gesellschaft als solche weiß trotzdem mehr. Und das ist es, was die Wissenschaften weiterbringt - meist zum Wohle der Menschen (z.B. Medizin). Welchen Wert in sich soll denn auswendig gelerntes Wissen haben? Je mehr abrufbar ist, desto mehr kann sich der Mensch mit den schönen Dingen des Lebens beschäftigen. Und dafür ist das Leben ja da, oder?
"Das Problem ist, dass man benötigtes Wissen in den Datenmengen nicht mehr findet."
- Nein? Das Wissen, was man nicht findet, war auch ohne Internet kaum zugreifbar. Beispiel: Enzyklopädien gibt's auch online; wer hingegen den Namen der Oma des thailändischen Regierungschefs sucht, hatte auch zuvor schon Probleme - aber durch das Internet erst eine Chance, dies auch ohne tausend Telefonate herauszufinden.
"...den Überblick über die ständig anschwellenden Datenmengen in ihren Fachgebieten verloren."
- Wenn die schwierige Überblickbarkeit des Weltwissens am Pranger steht, so ist diesem Herrn Zimmerli nicht zu helfen: Er kritisiert den evolutionär gegebenen menschlichen Forschungsdrang. Das Internet ist dazu ja "nur" ein Katalysator. Sollte Wissen nicht zur Anwendung dienen statt zum Wissen pur? Und ist es da nicht einfach hinzunehmen, wenn sich die Realität als zu komplex für einen einzelnen Menschen erweist?
"Wissenszugang kann dabei selbstverständlich manipuliert werden."
- Vieles _kann_ getan werden. Werbefinanzierte Services werden aber einen feuchten Kehricht in dieser Richtung tun; grade weil es kein Monopol diesbezüglich gibt. Notfalls wird eben eine von sonstigen Interessen unabhängige "öffentlich-rechtliche" Suchmaschine eingeführt. Aber so weit sind wir noch lange nicht.
Außerdem vergißt der Herr Präsident, daß es Millionen bis Milliarden Menschen gibt / geben wird, die allein durch das Internet an Informationen kommen können, die wir für selbstverständlich erachten: Unabhängige Berichterstattung, Allgemeinwissen und Meinungen anderer.
Herr Zimmerli möchte also das Internet abschaffen, damit
a) jeder möglichst schwierig an Informationen kommt
b) Wissenschaftler sich jeden Tag ob des vor 20 Jahren gelernten Wissens auf die Schulter klopfen können
c) die Menschheit auf dem Stand von 1990 stehengeblieben wäre
Nein, danke!
Urs