Hallo Stefan,
Es ist fahrlaessig, in Diskussionen, etwa in Newsgroups, zu sagen: "ja, aber in SELFHTML steht, dass...".
Nun, das ist meiner Meinung nach meist ein Ueberbleibsel des Denkens, dass alles Gedruckte gleichzeitig auf Referenz ist. Wir leben noch in einer Welt, die von Buechern gepraegt ist und ein Buch hat schon rein optisch etwas unvergaengliches. Ist es einmal gedruckt, hat es einen Wissensstand, und zwar fuer immer. Da der Inhalt (meistens) stimmt, wird diese "Glaeubigkeit" auch gern ins Web uebertragen und ich will mich da ja gar nicht ausschliessen. Da passiert dann mal so ein Lapsus, wie du ihn beschreibst.
Buchstabenglaube hat jedenfalls noch nie viel weiter gebracht.
Doch, schon etwas. Immerhin kann ich bei Gruen gefahrlos ueber die Strasse gehen, ohne dass mich gleich ein Buchstabenunglaeubiger plattfaehrt. :-)
Genauso oft, wie Leute in Newsgroup-Beitraegen SELFHTML zitieren, als sei es ein offizielles Dokument - genau so oft kommt dann immer die vornehm huestelnde Antwort, naja, das Ding sei nun mal bekanntermassen fehlerhaft. Da klingt dann meistens auch das Attribut "eigentlich unbrauchbar" durch.
Naja, kann ich nicht so ganz teilen. Ich lese seit einem Jahr de.comm.internet.misc mit, da trifft sich so ziemlich alles obere und alles untere und solche Attribute kamen eigentlich bisher nicht vor. Und wenn, kann ich es mir nur als absolute Ausnahme oder Prollen vorstellen, denn von SelfHTML haben zu viele Internet-Spezialisten bisher profitiert.
Und solchen Leuten braucht ihr wiederum auch nicht glauben, wenn ihr bislang erfolgreich mit SELFHTML gelernt habt. In der Regel kann man davon ausgehen, dass es sich um Leute handelt, die keine Ahnung haben, wie viel leichter es ist, Fehler zu finden, als welche zu machen, die es wert sind, gefunden zu werden.
Das haengt auch meiner Meinung nach viel davon ab, wie man persönlich Information verarbeitet. Der "Traditionelle" macht aus einer Surfstunde im Web eine Prozession, surft vorher ueberlegte Adressen an und liesst sich groessere Dinge von vorne bis hinten durch, um es dann wegzustellen. Dafuer steht der "Traditionelle" dann nach einer Surfstunde genauso da, wie zu Beginn, denn mehr als ein Schaufensterbummel war das nicht. Der "Intuitive" surft dann, wenn er etwas sucht, haengt dementsprechend wenig im Web (wohl aber im Usenet oder im Chat). Das Web ist irgendwie weniger ein Platz fuer Kommunikation, sondern eher ein Wissensregal, in dem man blaettert, wenn man Information benoetigt. Und SelfHTML ist im Prinzip ein (groesseres und wichtigeres) Stueckchens des Regals und schlummert auf vielen Festplatten, um im Fragefall genutzt zu werden. Wer weiss, vielleicht liegen die Missverstaendnisse auch einfach darin, dass diejenigen einfach nur "Kompendium" mit "Referenz" verwechseln. ;-)
Schoene Gruesse,
Besim Karadeniz