Hallo Martin,
Auf dieses Beispiel bezogen, würde das eine weltweite (kultur-)politische Kooperation voraussetzen (neben finanziellen Investitionen). Diese konzertierte Aktion würde aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an den USA scheitern. Im "land of the free" würde das nämlich als Zensur angesehen - die nur dann legitim ist, wenn vitale Interessen betroffen sind, die den USA in der Regel außenpolitisch definiert werden.
Das scheint mir ein entscheidender Punkt zu sein. Auf jeden Fall sind die Amis (immer noch) deutlich grosszuegiger, was solche Dinge betrifft, obwohl sie andererseits auch noch so viel lutherische Pruederie besitzen. Naja, dieser Widerspruch fuehrt wohl in die Tiefen der amerikanischen Seele, die hier nicht das Thema ist. Das Thema hier ist, dass es weltweit gesehen zweifellos sehr unterschiedliche Bewertungen darueber gibt, was legal und was illegal ist. Die Frage ist, ob es dennoch Grenzen gibt, die allgemeinen Konsenz finden. Ich denke, es gibt wohl keine Gesellschaft auf der Erde, die Vergewaltigung oder Mord sanktioniert. Und dementsprechend sicher auch nicht zulassen kann, dass beispielsweise ein sadistischer Moerder seine Tat in Wort und Bild im Internet dokumentiert. Diese Grenzen muessen m.E. definiert werden, und dann ist auch eine internationale Zusammenarbeit bei der Verfolgung solcher Anbieter moeglich. Aber solange man zur naechstgelegenen Polizeidienststelle tappen kann, um so eine Webseite zu melden, und dann auf stirnrunzelnde Beamten stoesst, wird wohl nicht viel passieren.
viele Gruesse
Stefan Muenz