Roman Pfarrhofer: Leben und Tod in unserer Gesellschaft

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Hi Swen!

Danke frü deine versprochene antwort.

Und das ist gut so, deshalb gehörten sie auch nicht hier hin. Wer solche Bilder sieht sollte vorbereitet sein.

Ja da stimme ich dir zu. Dein satz ruft auch schon ein fast "verdrängtes" erlebnis wärend meiner grundausbildung im zuge des zivildienst hervor.

Wurden damals zu einen vortrag der feuerwehr gebracht und da bekammen wir eine 3/4 Stunde Dia-"Show" zu sehen, die sich wirklich gewaschen hat. Ich sag nur das einige hinausgegangen sind um sich am WC zu erleichtern.

Du hast Norbert Elias, die Einsamkeit der Sterbenden in unseren Tagen" gelesen? Dort beschreibt er deine Eindrücke nachdrücklich. Er macht uns klar, dass wir den Tod hinter die Kulissen unserer Geseelschaft verschieben wollen, und uns damit nicht einmal einen Gefallen tun.

Nein kenne ich leider nicht - sollte ich aber ändern. Zu meiner maturaarbeit "A schöne leich-der wiener und sein tod" habe ich aber viel literatur diesbezüglich gelesen und die erfahrungen des zivildienst haben mich auch noch zusätlich geprägt. Wenn du willst schicke ich dir mal die Arbeit.

"Der Tod ist nicht für den Sterbenden, sondern für die Trauernden etwas Schreckliches"

Das ist ein sehr schöner satz, den ich nur bestätigen aus erfahrungen mit meinen patienten bestätigen kann! Die meisten von ihnen hatten einen langen und schmerzhaften leidensweg hinter sich und der tod von der person schon herbeigesehnt wurde. Teilweise konnten sie das noch sagen, aber meisten hat man das einfach gespürt. Man kann sich gar nciht vorstellen, wenn man es nicht selbst erlebt hat, wie kommunikation stattfinden kann, mit menschen die weder reden noch sich bewegen können. Nur ein leichtes bewegen des mundwinkels oder das drehen das augapfels sagt mehr als 1000 worte.

nachhinein war der zivildienst für mich eine wunderschöne (absichtliche ohen quots) erfahrung, die ich nicht missen will - wenn auch nicht immer angenehm.

Vielleicht nicht ganz passen jetzt, aber es drängt sich mir gerade so auf: Das merkwürdigste Gefühl, was geblieben ist, sind übrigens die Erinnerungen an Zwangseinweisungen, wenn wir leute in die Psychatrie gebracht haben. Das geht mit heute noch näher als die Erinnerung an Unfälle

Ja, das kenne ich auch und paßt IMHO 100%ig auch in mein ursprüngliches posting - bei uns wurden auch öfters damen zum sterben zu uns abgeschoben. Diese menschen hätten mit einer heimhilfe (wenn schon die kinder keine zeit für ihre mutter haben) leicht noch ein paar jahre glücklich und zufrieden leben können.

Bei uns waren sie dann aber vollkommen verzweifelt und verbittert und es ging mit ihnen nach kurzer zeit gesundheiltich rapide abwärts, weil sie sich selbst aufgeben hatten. In der regel starben sie innerhalb von 3 Monaten. Tja und die verwandten freuten sich über die schnelle erbschaft.

Oder wenn er nicht mehr leben will, obwohl du dich bemühst. Und dann fragst du dich, was (oder besser: das) du da machst.

paßt auch zum oberen absatz, obwohl sich die patienten nicht selbst umbringen haben können - es genügt oft nur einfach aufzugeben. und irgendwann, wenn man sieht das es keinen zweck mehr hat, wünscht man ihn die schnelle erfüllung seines letzten wunsches. (alle meien aussagen beziehen sich auf ältere menschen)

es gab nur einen fall von suizid bei uns auf der nachbarstation - und ich fand was die frau gemacht hat bewunderswert - möchte das aber hier nicht unbedingt erläutern, weil das ganze doch sehr unter die haut geht.

CU Roman