Hi Pascal,
Da ich ja ein paar Threads weiter unten versucht habe, Hypertext und Textlinguistik zu thematisieren, fühle ich mich jetzt natürlich in der Pflicht, dir zu antworten. Dazu kommt aber auch ein ehrliches Interesse am Thema.
Pflicht und Kür, hab Deinen angesprochenen Beitrag auch gerade gelesen. Vielleicht würde tatsächlich eine Kategorie "Theorie" Sinn machen, wobei nach meiner Definition das ganze auch in Richtung "Programmiertechnik" als Subject gehen könnte.
Nur mal nebenbei: Es wundert mich sowieso, dass die Unis sich nicht mehr in HTML, Browser und Hypertext werfen. Aber vielleicht weiß ich auch einfach nichts davon. Wenn sich die Informatiker mal mit den Linguisten zusammentun würden und dem Geist vom W3C und Selfhtml folgen würden und dann einen eigenen, firmenunabhängigen Browser, vielleicht sogar mit Editor, entwerfen würden, wäre das eine tolle Sache.
Ich glaub, so ein paar Dinge sind da schon am laufen. Ich weiß zum Beispiel von meinem Nebenfach-Institut, den Computerlinguisten der Uni München, daß die sich so richtig auf die automatische Textextraktion aus Hypertexten gestürzt haben ...
Naja, was heißt Umwege? HTML bietet ja die Möglichkeit, multimediale Elemente einzubinden, also auch ikonische Zeichen. Dabei wird die Sprache HTML recht einfach gehalten, das ist doch ein guter Ansatz.
Hm, ich definiere es deshalb als Umweg, weil die Bilder ja nicht primär zur Typisierung von Links ausgezeichnte sind. Eine sprachinterne Lösung wäre für mich ein eigenes Typ-Attribut mit kontrolliertem Vokabular.
Ich vermute schon. Die Beziehungen von Link zu Zielknoten können ja vielfältig sein. Es kann weiterführende Information sein oder Hintergrundwissen. Die Sprache des Ziels kann interessant sein. Außerdem kann man zumindest mal überlegen, ob es Sinn macht (vielleicht macht es das aber nicht), nach Beziehungen zu schauen, wie sie zwischen Haupt- und Nebensatz bestehen, also etwas kausal, konzessiv, temporal, etc.
Du deutest es bereits an: Das Hauptproblem ist, daß die Beziehungen so unglaublich vielfälltig sein können: semantisch, rhetorisch, medial, bezogen auf Sprachwechsel, zeitlich (update etc.) und so weiter. Ich versuche daher in Versuchen herauszufinden, welchen Zusatzinformation bei Links dem Leser wirklich weiterhilft. Ergebnis ist noch so richtig offen ...
Auch Beschreibungen wie Teil-Ganzes-Beziehungen könnten hilfreich sein. Wenn in einem Text über HTML der Link "SGML" auftaucht, geht er in Richtung Überkonzept, umgekehrt ginge er in Richtung Teilmenge.
Da kau ich auch grad drauf rum, in einer anderen Antwort hatte ich bereits geschrieben, daß solche Beziehungen ja eher was mit semantischen Netzwerken zu tun haben. Ich möchte aber mehr rhetorische Beziehung beschreiben. Inwieweit die beiden Ebenen aber ineinander gehen, nun ja, Hirnschmalz und Versuche ;-)
Tod und Verderben den Mouse-Over-Texten, wenn damit die unrechtmäßige Enteignung der Statuszeile durch JavaScript gemeint ist.
;-) nein, tu mir nix. die statuszeile bleibt sauber ...
Die Symbole in Selfthtml sind hervorragend, intuitiv und zweckgerecht. Wenn man sich vielleicht ein bisschen an Millers "The magical number 7 plus/minus 2" hält und bedenkt, dass der RAM-Speicher des Menschen wohl nur soviele "chunks" gleichzeitig verwalten kann, sollte man es nicht übertreiben mit den Icons, sondern auch noch title-Attribute setzen. Und wenn der Browser sich auch noch beteiligt, indem er was Tolles mit rel und rev und so macht, gibt es schon ein drittes System für bestimmte Aufgaben (meinetwegen Rückverweis aus Fußnoten).
Ja, mein Vorschlag wird letzendlich wohl auch eine Zahl kleiner zehn an Linktypen sein. Weitere Spezifierzungen dürften weltfremd und leserunfreundlich sein ...
Schönes WE
Oli