Oliver Huber: Typisierte Links – Auf der Suche nach Meinungen

Beitrag lesen

Hallo Sven,

Während deiner Einleitung fragte ich mich die ganze Zeit: "Worauf will er hinaus?

;-)
dabei bin ich doch ein freund der kurzen worte ...

Macht es Sinn, Links zu typisieren? Man sollte es nicht übertreiben. Das, was du suchst, nämlich eine möglichst vollständige Liste aller möglichen Typen, wäre niemals vollständig, unheimlich umfangreich und doch meist unzutreffend, weil es so viele verschiedene Bedeutungen gibt, warum ein Link gesetzt wurde.

Das ist eben die große Frage: Eventuell wäre es doch möglich, hier eine pragmatische Lösung zu finden. Mir schwebt da eine kleine Zahl ( < 10) allgemeiner Typen vor, die trotz ihrer allgemeine Natur noch Aussagekraft haben. Typen wie "Beispiel", "Begriffsdefinition" etc. (richtig, viel weiter bin ich da auch noch nicht ;-)
Imho würde es durchaus Sinn machen, wenn irgendwann einmal, nach ausführlichen Diskussionen, vom W3C eine Empfehlung für Link-Typen ausgesprochen würde, die Informationsdesignern dann als Grundlage dienen könnte. Flankiert könnte dies durch eine allgemeine Emfehlung für Icons werden, welche jedem Linktyp zur Seite gestellt werden.
Man kann freilich einwenden, daß soche unabhängigen, in größerem Stil bereits unterstützte Typ-Vokabularien bereits existieren - etwa das Dublin Core oder eben auch die Werte des rel-Attributs bei HTML -, diese Relationstypen sind aber eher für die Beschreibung von Relationen zwischen ganzen Hypertext-Knoten nützlich; weniger für die Beschreibung der Verlinkung von Resourcen (also auch Teile von Knoten, Bildern etc.). Auch erinnern mich die Relationen eher an Kanten-Typen in semantischen Netzwerken, denn an rhetorische Relationen. Mir schweben aber Relationen vor, die die Rhetorik von Lesepfaden in Hypertexten beschreiben, weniger die semantische Struktur der Hypertext-Basis - wobei sich diese beiden Dimensionen freilich gegenseitig positiv beeinflussen können, etwa "Spezialisierung" für die Relation zwischen Knoten, die die Sprachen "SGML", "HTML" und "XML" beschreiben.

Links stören, egal ob typisiert oder nicht, auf jeden Fall den Lesefluß. Es ist besser, Links aus dem Fließtext herauszuhalten, denn damit die Links überhaupt entdeckt werden, müssen sie anders als der Fließtext formatiert sein (der Standard "blau unterstrichen" als krassestes Beispiel), und das lenkt ganz automatisch die Aufmerksamkeit auf die verlinkten Worte. Da ist es dann schon besser, stattdessen lieber ein kleines Piktogramm ans Wort zu stellen und zu verlinken - das ist unauffälliger (solange es nicht blinkt ;) ).

Das ist auch meine Meinung, ein schöner Satz hierzu ist (ich weiß leider nicht mehr, von wem ;-): "Links geben Antworten auf nicht gestellte Fragen." Daher sollten sich diese Antworten nicht zu stark aufdrängen ...

Nun denn, schönes Rest-WE

Oli