Stefan Einspender: Bill Gates verschenkt Geld - vielleicht nur ein Witz??

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Hallo Meg,

Wenn ich soundsoviel Milliarden Dollar habe, kann ich ja locker mal die Hälfte davon abgeben, oder meinetwegen auch 90%, ohne es überhaupt zu merken. Also, ohne dabei selbst einen Verlust zu spüren. Die Frage, die sich mir dabei stellt, ist diese: Bedeutet das noch "Gutes tun"? Oder ist das nicht ungefähr so, als wenn Du oder ich uns am Kopf kratzen...?

ja, es ist etwas "Gutes tun". Diese Sache mißt sich imho nicht daran,
ob es dem Geber "wehtut", d.h. ob er den Verlust spürt. Wenn ich jmd.
helfe, dann kann es auch dadurch geschehen, dass ich persönlich kein
persönliches Opfer bringen muß. Wenn mit Millionen von Dollar Leuten
geholfen wird, dann ist das "etwas Gutes tun". Auch wenn Bill Gates
das Weggeben dieses Geldes nicht weh tut, so bleibt doch das Resultat
das gleiche. Natürlich ist es moralisch oder menschlich höher zu be-
werten, wenn es jemand macht, für den es ein Opfer darstellt.
Er könnte auch das Geld für andere Vorhaben verwenden, insofern muß
er schon bewußt die Wahl treffen, was damit passiert. Und in dem
Moment, wo er es für die Stiftung oder Spenden verwendet, tut er
etwas Gutes. Ob er sich damit selbst beruhigen will, ist für die
Empfänger des Geldes letztendlich nicht von Belang.

Viele Grüße,
Stefan