Beurteilung: Stellensituation kommunaler/staatlicher Bereich
Lars Lautersbacher
- sonstiges
0 Stephan Huber0 Hans35
Hallo,
momentan sieht es ja im Internet-Sektor betrifft
ziemlich trübe aus. Mich würde mal interessieren, wie die Situation
bei kommunalen/staatlichen Arbeitgebern ist. Ist es da auch schon
zu Entlassungen gekommen? Habt Ihr da schon was drüber gehört?
MFG
Lars
Hallo Lars,
ich kann mir das für den staatlichen Bereich ehrlich gesagt nicht vorstellen, da dort nicht allzuviele arbeiten, die nur für das Internet verantwortlich sind, in kleineren Kommunen/Institutionen ist es gewöhnlicherweise so, daß ein Angestellter, der sich ein bißchen mit html auskennt, entweder das ganz übernommen hat, oder die Wartung der Seiten übernimmt, die eine externe Agentur erstellt hat.
Auf Bundesebene sieht man auch, daß fast alle Seiten von großen Agenturen erstellt wurden.
Das schließt nicht aus, daß es hier und da wirklich Webdesigner/Programmierer beim Staat gibt (bei größeren Städten/Institutionen z.B. kann ich mir das durchaus vorstellen), aber da würde ich mal drauf vertrauen, daß der Staat nicht die "Hire and Fire"-Politik der Privatwirtschaft übernommen hat.
Zudem haben staatliche Einrichtungen wohl kaum einen Überschuß an Informatikern o.ä., während der letzten Jahre ist wohl kaum jemand zum Staat gegangen, da der im Vergleich zur Privatwirtschaft nicht attraktiv war (Bezahlung, usw.).
Aber falls Du das gefragt hast, weil Du gerne für Papa Staat arbeiten würdest, ein wenig Ernüchterung:
http://forum.de.selfhtml.org/archiv/2002/7/16003/#m89517
Viele Grüße
Stephan
Hallo,
die "Schaffung" von Stellen ist im staatlichen Bereich ein höchst komplizierter Vorgang; die größten Hürden sind dabei die Haushaltsausschüsse von Bundestag bzw. Landtag (Gemeinden sind oft etwas flexibler). Meist werden dauerhafte Stellen nur geschaffen, wenn man überzeugend begründen kann, dass derjenige, der eingestellt wird, bis zur Pensionierung auch ausreichend Arbeit hat. Das Interesse der jeweiligen Amtsleitung an befristeten Stellen hält sich vergleichsweise in Grenzen, außer vielleicht im Hochschulbereich.
Wegen dieser Konstellation werden für IT-Aufgaben meist entweder vorhandene Mitarbeiter mit entsprechenden Kenntnissen befistet für die Sonderaufgabe abgestellt, oder es werden externe Firmen beauftragt.
Allerdings ist es auch schwierig, als externe Firma den Zuschlag zu bekommen, denn die Arbeiten werden "ausgeschrieben": Die Bewerber haben viel Arbeit und Aufwand damit, qualifizierte Angebote einzureichen, - allein schon, weil man sich mit den ganzen Bestimmungen auseinandersetzen muß, die einzuhalten sind, damit ein solches Angebot überhaupt gültig ist -, und wenn man nicht zum Zuge kommt, weil ein anderer das Projekt um 10€ billiger anbietet, dann nimmt man trotzdem keinen müden Euro ein. Es funktioniert praktisch nur, wenn man jemanden kennt, der sich bei dem speziellen Projekt auskennt und der einem im einzelnen sagen kann, worauf es ankommt.
Worauf meist kein Wert gelegt wird: Alles was man nicht irgendwie messen oder zählen kann, z.B. Softwarequalität (aber sicher gibt es da auch Ausnahmen).
Gruß
Hans35
P.S Das alles ist mein ganz persönlicher privater Eindruck!