Hans-Peter Rieger: Ist es noch zeitgemäß, für Netscape 4 zu schreiben?

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Hi Anne,

nach Lage der Dinge wird es da so viele Meinungen geben wie Leute, die Webseiten schreiben. Und jeder hat ja irgendwie auch ein Recht auf seine private Macke. Schlimm ist es nur - wie halt immer - wenn man seine Meinung zur Religion erhebt.

Ich habe beschlossen Browser der 4. Generation nicht mehr explizit zu unterstützen. "Sauberes HTML" hin oder her. Irgendwann macht es einfach keinen Spaß mehr, als funktionsfähigen Bodensatz den kleinsten gemeinsamen Nenner aller Browser-Neurosen als Basis für eine neue Website zu verwenden. Alleine schon der Umstand, dass man seine Seiten nicht mehr mit dem NN4.7 selber testen muß ist für mich angesichts der Besucherquote dieses Browser ein hinreichendes Argument (von wegen und 10%; bei mir sind es eher 0,1%). Ganz viele Leute kaufen sich irgend wann mal einen PC, lassen den von einem "kundigen" Nachbarn einrichten und lassen ihn dann bis zu seinem seligen Ende unverändert (incl. den Sicherheitseinstellungen des Browsers). Unvorstellbar für uns, gängige Praxis draußen im richtigen Leben. Ich meine aber, in den Intervallen, in dem z. B. ein Windows-System aufgrund zunehmender Instabilität sowieso mal wieder neu eingerichtet werden muß, kann man es dem User auch zumuten, einen Update des Browsers (der Marke seiner Wahl) vorzunehmen.

Ich persönlich sehe es jedenfalls nicht mehr als Sakrileg an, Browser mit (a) einer minimalen Durchseuchungsrate in der Webgemeinde, die sich (b) funktional nicht unerheblich von den Mainstream-Browser unterscheiden zu ignorieren.

Ciao,
Hans-Peter