Hallo, Henryk,
Soweit ich weiss, ist die Browserkomponente von Mozilla auch gar nicht das Kernprodukt sondern vielmehr die zugrundeliegenden Bibliotheken (vor allem Gecko). Der Plan ist, dass diese Bibliotheken von anderen Entwicklern als Grundlage für ihre Programme genutzt werden sollen. Der mitgelieferte Browser ist mehr oder weniger eine Technologiedemonstration und Testumgebung. Und dafür funktioniert er doch erstaunlich gut ;-).
Ja, das ist mir vollkommen klar, aus diesem Grund habe ich auch Netscape angesprochen, welcher momentan zweifellos der größte und aussichtsreichste (im Hinblick darauf, dass die Benutzer ihn verwenden) auf Gecko basierende Browser ist.
Außer Netscape sehe ich keinen Gecko-Browser, welcher mehr als ein Nerdbrowser werden könnte. Aus diesem Grund ist es eine reine Utopie, dass Gecko in einer massenkompatiblen Form, welche nicht auf Entwickler und Profis abzielt, die Charts stürmen kann.
Als Browser möchte man zum Beispiel lieber Galeon benutzen, der Mozilla in Punkto Usability[1] und Opera dank Gecko-Engine beim Rendering weit überlegen ist.
Galeon kann ich persönlich nicht testen, ich bezweifle aber irgendwie, dass die von mir angesprochenen Wünsche darin berücksichtigt wurden. Die Mozilla-Derivate, die mir geläufig sind (Mozilla, Phoenix, K-Meleon und Netscape) bieten die von mir geforderten Features nicht. Phoenix mangelt es an dem Featurereichtum von Mozilla, um ein kompletter Browser zu sein, K-Meleon ist ein Browser zum Selbermachen und Netscape ist Mozilla mit corporate design, einem Haufen Plugins und AOL Instant Messenger und keinen sonderlichen Veränderungen im Vergleich zur Mozilla-Oberfläche und -Bedienung selbst.
Auch Galeon wird sicher nicht die Kraft haben, MSIE vom Thron zu stoßen; auf dem Mac wird auch MSIE gewinnen. Dass Mozilla-Derivate momentan auf dem "freien Markt" (bei der Microsoft-Dominanz könnte man diesen Begriff verneinen, aber damit muss man leben) keine Chance haben, ist spätestens dadurch klar, dass geckoide Browser nur breite Verwendung finden würden, wenn AOL Netscape als Standardbrowser ausliefert, womit die Anwender wieder nur zu ihrem Glück gezwungen werden würden.
Auch sollte man meiner Meinung nach den Internet Explorer nicht nur schlechtreden, wie gesagt hat dieser beispielsweise mit dem Cookie-Managment, welches über jede Seite einsehbar ist (welche Seite will Cookies setzen etc.), ein höchst benutzerfreundliches Feature, welches meines Wissens kein anderer Browser bietet.
Ein DAU wird bspw. bei Opera nie herausfinden, wie er Session-Cookies erlaubt, ein Profi hingegen wird bei Mozilla sich ständig mit den Cookie-Abfragen herumquälen, weil es keine Whitelist gibt... Was der eine Browser hat, hat der andere nicht, dafür hat dieser ein anderes Feature. Deshalb bin ich schon lange zu dem Schluss gekommen, dass es keinen idealen Browser für mich gibt: all browsers suck, Opera just sucks less, und zwar weil er perfekt zu bedienen ist (Stylesheets/Grafiken/F12, Tastaturbedienung, Mouse Gestures), vielfältig einstellbar ist (im Gegensatz zu Mozilla und MSIE sind die Preferences sogar übersichtlich) und nicht zuletzt alle anderen Browser in puncto Geschwindigkeit in den Schatten stellt. Der einzige Konkurrent, der in dieser Klasse mitspielt, ist Mozilla, und im direkten Vergleich wird das Fehlen all dieser Features offensichtlich.
Ich warte sehnlichst auf den Tag, an welchem Mozilla bei mir an Benutzbarkeit und Zugänglichkeit interessierten eine Euphorie auslöst, wie es die neuen Opera 7-Features taten.
Grüße,
Mathias
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