Moin!
Hi Leute, bin schüler in der 11.ten klasse und hatte eigentlich nicht vor einen Mathe leistungskurs zu nehmen, da ich mathe nicht so gut beherrsche und ein gutes abi haben will. Was für Jobs im IT-bereich gibt es denn welche auch ohne einen Mathe LK auskommen? Muss ich dann aber einen Informatik-LK wählen?
Schule ist bei mir 10 Jahre her (Abi '93) - deshalb frage ich ketzerisch: Was kann dir ein Informatik-LK bieten?
Zu meiner Schulzeit war die Computerausstattung bescheiden, der Informatik-Unterricht (von LK ganz zu schweigen) eher grundlagenorientiert ("Was ist Hardware, was ist Software? Gib jeweils ein Beispiel!" Hihi) und an der Geschwindigkeit der Anfänger orientiert. War also eigentlich fast nichts für mich, weil ich vorher schon in der Informatik-AG Turbo-Pascal gelernt hatte. :)
Und was kann dir der Mathe-LK bieten?
Bedenke: Im Studium ist deine Schulbildung leider nur ziemlich wenig wert. Technische Studiengänge haben im Grundstudium immer Mathematik, und die geht in der Regel weit über das hinaus, was in der Schule so gelehrt wird (auch im LK). Du darfst also davon ausgehen, dass du um Mathematik im Studium kaum herumkommen wirst. Aber die Zielsetzung ist dann eine andere.
In der Schule muß es dir darum gehen, ein möglichst gutes Abi hinzulegen, damit du möglichst geringe Hindernisse auf dem Weg zur Hochschule hast. Wenn du also mit Mathe eher auf Kriegsfuß stehst, oder der Mathe-LK-Lehrer nicht dein Favorit ist, dann solltest du Mathe eher nicht nehmen.
Im Studium hingegen kommst du um Mathe (wohl) nicht herum. Also mußt du dich durchbeißen, denn nach dem in vielerlei Hinsicht nervigen und harten Grundstudium locken die interessanten, weil endlich mehr themenbezogenen Fächer des Hauptstudiums. Da braucht man dann die Mathematik, die man vorher gelernt hat - aber zum Glück nicht unbedingt immer bis zum letzten ausgereizt, denn Mathe-Profs wollen sich auf gewisse Weise ja auch profilieren.
Schulfächerwahl und Studiumswahl haben dann aber doch in erschreckender Weise wenig mit der tatsächlichen Berufswahl zu tun. Auf dem gesamten Weg sammelt man eigentlich nur Erfahrungen und Kenntnisse, die man hinterher irgendwie einsetzen kann.
Für mich steht einigermaßen sicher fest, dass ich nicht mein ganzes Leben lang Webseiten schreiben werde. Und es deutet sich jetzt schon ein allmählicher Wechsel an: Zur Zeit bin ich übergangsweise mehr mit der Administration der Technik bei meinem Arbeitgeber beschäftigt, und möglicherweise diffundiere ich irgendwie in die Qualitätssicherung hinüber. Anderen Programmierern auf die Finger zu klopfen und ihnen das ungenügende Validatorergebnis unter die Nase zu reiben macht auch Spaß.
- Sven Rautenberg
(Dipl.Ing. Medienbetriebstechnik, Mathe-LK, Chemie-LK)
Signatur oder nicht Signatur - das ist hier die Frage!