emu: Jobs im IT Bereich ohne Mathe LK

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Hallo!

Ich bin vermutlich einer der wenigen meiner Altersgruppe in diesem Forum, die später beruflich nichts mit Informatik, Medien und Webdesign zu tun haben will. Informatik als Wissenschaft an sich würde mich zwar reizen (genauso wie Mathematik), als Beruf ist es für mich keine Option. Ich weiß, das klingt jetzt ein bisschen hochnäsig und obergscheid, aber das dachte ich mir auch schon vor und während des .com-Hypes, nicht, weil ich ahnte, dass diese Seifenblase irgendwann platzen werde (ein Prophet bin ich dann doch nicht), sondern eher, weil die Computerindustrie nichts für mich ist. Ich weiß, dass Webdesign trotz dem, was sich in den letzten Jahren abgespielt hat, immer noch ein Traumberuf für viele in meinem Alter ist, was man ja an einigen Kollegen hier im Forum sieht -- ich habe nichts dagegen, ich freue mich sogar, dass nicht nur Traumtänzer so etwas machen wollen, sondern auch Leute, die sich mit dem WWW wirklich auseinandersetzen wollen. Für mich wird das Web wahrscheinlich nur ein Hobby bleiben.

Ich bin selbst nicht gefeit davor, Dinge zu schreiben, die für mein Alter unglaubwürdig oder lächerlich wirken, das letzte Beispiel war vielleicht meine Antwort auf Marcs Firmenvorstellung und ich befürchte, hier ein weiteres Beispiel zu liefern, aber ich wollte dir, Fabian, eines wirklich einmal sagen -- du scheinst mir manchmal die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben. Bei allem Wissen, das wir über WWW-Theorie angehäuft haben (in meinem Fall denke ich nicht daran, über die Theorie und den dazugehörenden Bezug zur Praxis hinauszugehen), wir sind 16, Schüler an allgemeinbildenen Schulen, und als solche kaum in der Lage, den Arbeitsmarkt zu beurteilen, geschweige denn Hinweise, die den Anspruch auf Objektivität oder auch nur Subjektivität haben, zu geben.

Man sollte heutzutage gezielt und unbeirrt das lernen, was man später im Beruf brauchen wird

Klingt für mich ein bisschen nach Neoliberalismus. Mit dieser Einstellung kann ich ehrlich gesagt nichts anfangen, ich möchte später nicht einen Beruf haben, den ich mir irgendwann in den Kopf gesetzt habe und den ich womöglich eigentlich gar nicht mehr will. Ich kann mir auch lustigeres vorstellen, als ständig nur an meinen späteren »Job« denken zu müssen und dabei alles, was vordergründig nicht verwertbar ist, sofort wieder zu vergessen, aber ich konnte ja auch nie die Frage verstehen, wozu man Beweis X oder Fremdwort Y später im Leben brauchen sollte. Auch wenn es vielleicht später tatsächlich etwas bringen sollte, unbëirrt seinen Weg gegangen zu sein, wie es so schön heißt -- so eine Einstellung zu Bildung, Ausbildung und Einbildung habe ich nicht. Ich möchte nicht mit der schier unendlichen Liste an Leuten, die es meiner Meinung nach zu etwas gebracht haben, eben deshalb, weil sie vieles ausprobiert haben, sich für vieles interessiert haben und nicht nur stur irgendeinem Ziel gefolgt sind, argumentieren, weil das erstens dann wirklich lächerlich für mein Alter (s.o.) klingen würde und andererseits sofort von dir mit einer Liste an Leuten, die nur ein Ziel hatten, und deswegen reich, berühmt und glücklich sind, ad absurdum geführt würde. Ich möchte auch gar nicht bezweifeln, dass für viele Menschen ein Ziel vor Augen eine feine Sache ist und eben nicht alle so denken wie ich (was ich mir auch gar nicht wünschen würde, jeder soll auf seine Weise glücklich werden), aber mit deiner verabsolutierten Meinung kann ich ebensowenig anfangen. Ich kann dich zwar nicht verstehen, aber ich sehe ein, dass deine Einstellung ihre Gründe haben mag und eventuell auf dem heißumkämpften Arbeitsmarkt wirklich von Vorteil sein könnte. Dass du diese Haltung als Dogma hinstellst, kann ich aber nicht akzeptieren.

Die Zeiten, in denen jeder, der "Programmieren" mit C oder Java ausgeben konnte, mit Kusshand genommen wurde, sind vorbei!

Na, wunderbar, dass wir das endlich auch wissen, nun, da du uns in deiner grenzenlosen Güte und durch deine Lebenserfahrung und geniale Wirtschaftsanalyse teilhaftig an solcherlei Erkenntnis werden ließest.

emu