Hallo.
Diese Verknüpfungen sind aber aus objektivierter Sicht willkürlich und nicht assoziativ.
Natürlich sind sie das. -- Ich möchte sogar sagen: Sie sind suggestiv, denn sie sind nur ein Hilfsmittel, die ohnehin nicht vollständig zu lenkende Ausmerksamkeit etwas breiter zu kanalisieren.
Was das Denken des Benutzers angeht, bei dem eigenständig Bezüge hergestellt werden, deren Sinn sich nicht intersubjektiv vermitteln lässt und die sich wie du sagst nicht voraussehen lassen, so ließe sich genauso rechtfertigen, auf jeder Seite zufällige Links unter anderem hinaus ins Web unterzubringen, weil die Gedanken des Benutzers ja springen und er plötzlich in einem irrationalen Anflug vom Hölzchen aufs Stöckchen will.
Das ist richtig, aber warum sollte mir als Autor daran gelegen sein?
Nur ist es wirklich angebracht, solche Kanäle anzulegen, ist das die Aufgabe des Autors?
Das ist eine Frage der Absicht, die der Autor verfolgt. Wenn ich meine Präsentation als Dienstleistung auffasse, ist es töricht, darauf zu verzichten. Wenn ich jedoch einen Fachartikel, mag das anders sein.
Wenn ein Frameset genutzt wird, um die sogenannte Navigation auszulagern, gar eine Sitemap ständig im Blickfeld haben, fehlt wie gesagt jede Herausarbeitung der Beziehungen eines Einzelknoten.
Nein, auch eine Sitemap kann sich durch das Neuladen des des gesamten <frameset> dem Kontext anpassen. Es gibt sogar Suchmaschinen, die darauf basieren und diese Knoten visuell darstellen. Eine solche Suchmaschine in einen <frame> einzubinden, während ein zweiter den Inhalt des Dokuments anzeigt, wird meinen Ansprüchen an die Methode gerecht.
Es wird ganz und gar dem Benutzer überlassen, zwischen beabsichtigten und unbeabsichtigten Kontext zu unterscheiden. Der Leser wird nicht durch wenige vorangelegte Kanäle geleitet, deren beschreiten sich lohnt, er steht nur vor einer Flut von Verweisen, deren kein Zusammenhang mitgegeben ist. Die Links sind einfach deshalb da, weil es das Zieldokument gibt.
Der Aufbau einer Navigation hat sich nach der Präsentation zu richten, so dass ein Kontext immer gegeben ist. So findet man auf vielen Seiten eine entsprechend abgespeckte Version der Navigation mit einem zusätzlichen Verweis auf die Sitemap, die als Inhaltsverzeichnis ja per se einen Bezug zum Inhalt des Dokumentes hat.
Der Sinn des Hypertext ist m.E. eben nicht, von jedem Knoten einen Sprung zu jedem anderen Knoten zu ermöglichen, sondern kontextuelle Verweise zu bieten und damit kohärente Netzwerke an Informationen zu weben, die nicht nur im Kopf des Betrachters entstehen und eine andere Person kein bisschen nachvollziehen kann, wieso das eine mit dem anderen in Verbindung/Wechselwirkung steht.
Und eine übegreifende Navigation erweitert meines Erachtens lediglich diesen Kontext.
Im Assoziations-Blaster werden solche Assoziationen gerne durch ironische Verweise von beliebigen Einträgen auf den Eintrag »Erinnertmichimmeranficken« ausgedrückt, und deiner Auffassung zufolge wären all diese Verweise sinnvoll...
Vielleicht sollten wir dies weiter erörtern, wenn du meine Auffassung richtig einsortiert hast.
MfG, at