Moin!
Wenn man davon ausgeht, dass die kleinen EU-Staaten zufällig alle in Südeuropa, die großen in Nordeuropa wären, so würde nach und nach die südeuropäische Kultur die politische Macht ergreifen und den Norden überstimmen. Diese Verteilung ist jetzt nur zur Veranschaulichung gemeint, in der Realität ist es komplexer. Aber Gerechtigkeit sehe ich hier nicht! Die Macht der Staaten liegt also nun bei den Kleinen!
Wie immer: Es kommt einfach auf den Standpunkt an. Du kommst offenbar aus einem großen Staat der EU und hast logischerweise Angst, dass dir irgendwer was aufzwingt.
Andersherum: Mit exakt deiner Argumentation würdest wiederum du arbeiten, würdest du aus einem kleinen Land kommen - und damit heftigst für ein Stimmenverhältnis nicht orientiert an der Bürgerzahl, sondern je Teilnehmerland argumentieren. Denn sonst müßten sich ja nur die zwei oder drei größten Länder zusammentun und könnten bestimmen, wie sie wollten, während alle anderen Länder zwar munter dagegensein könnten, aber überstimmt würden. "Ein Land - eine Stimme" wäre sogar vollkommen im Einklang mit dem von dir im Spiegel-Artikel favorisierten Wahlspruch des Autors - nur eben auf eine andere Ausgangszahl bezogen.
Ich denke, du kannst sehr gut verstehen, dass die kleinen Länder vor möglicher Überstimmung durch große aufgrund einer bürgerproportionalen Stimmgewichtung genausoviel Angst haben, wie du sie für das große Land aufgrund einer länderproportionalen Stimmgewichtung hättest. Der Kompromiß liegt eben dazwischen: Große Länder haben zwar mehr Stimmen, aber verhältnismäßig weniger, als kleine Länder.
- Sven Rautenberg
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