Hallo,
ich möchte eine kleine(!) Lanze für die Schaulust brechen. Ich denke, wir verdammen "Schaulust" zu pauschal und schnell. Ich brauche meine Schaulust nämlich, weil durch den vielleicht etwas erschreckenden "Kitzel" ich mich erst traue, mir bestimmte Bilder anzusehen. Ich muß mir aber manchmal bestimmte Bilder (oder Situationen) ansehen, weil ich ein visueller Mensch bin, und nur durch Bilder dem Verständnis von Situationen näher komme. (Bestimmte Situationen entziehen sich natürlich dem Verständnis vollkommen, und ich brauche mir auch keine Bilder von aufgedunsenen Leichen anzusehen weil sie meinem "Verstehen" der Gesammtsituation kaum näher bringt.)
Aber ich gebe zu, das mir die Bilder von trauernden Hinterbliebenen zum Beispiel helfen. (Und das "aufnehmen" von Bilder derselben ist sicherlich sehr sehr grenzwertig....) Denn als visueller Mensch glaube ich manchmal nur das, was ich sehe. (Was ja das gefährliche im Medienzeitalter ist, macht man daraus gerne einen Umkehrschluß)
Die Wahl, welche Bilder ich mir meine zumuten zu müssen, treffe ich gerne selber. Deswegen denke ich häufig, weniger Nachrichten im Fernseher wäre nicht schlecht, den Rest hole ich mir (wenn ich wollte) im Netz. - Denn die Bilder in den Nachrichten sind so auf die Zuschauermasse gestriegelt (auch im negativem verstärkendem Sinne), da kann ich nichts mit anfangen. Sie stumpfen "brutalerweise" langsam eher ab...
Wenn ich denn eine Quelle wie Deine Seite kenne und hier Bildbedarf hätte, würde es mir helfen. Als "Schaulustiger", denn wozu bräuchte ich sonst die Bilder.
Chräcker