Hallo Mathias.
Die entscheidenden Fragen aus meiner Sicht dabei sind für mich die folgenden:
- Wer trägt die Kosten?
Natürlich der Steuerzahler, was an sich nichts schlimmes ist, denn die Steuerzahlungen sind nun einmal die Haupteinnahmequelle des Staates. Ich würde es vielleicht dahingehend hinterfragen wollen, ob die Entscheidung, Steuergelder dafür auszugeben, die richtige ist. Ich denke, dieses Land hat genug Probleme in Bereichen, die weitaus zukunftsträchtiger sind als ein solches Waffensystem. Zwar sind 1 Mrd. Euro bezogen auf den Staatshaushalt nicht so immens viel, aber man könnte sie auch _investieren_, sprich: so verwenden, dass ein messbarer Erfolg für den Staat erzielt werden kann. Dies wage ich bei einem so umstrittenen Waffensystem stark zu bezweifeln.
- Welche Interessen werden geschützt?
Da kommen wir der Sache vielleicht näher: welche Interessen haben den Staat dazu bewogen, für dieses System Geld ausgeben zu wollen? Es dürften m.E. primär politische Interessen sein: ein gutes Verhältnis zum Bündnispartner USA, Prestige innerhalb der NATO, Aufträge für die deutsche Rüstungsindustrie verbunden mit der mittelfristigen Sicherung 100er Arbeitsplätze in deutschen Unternehmen. Und nicht zuletzt ist zu bedenken, dass die Entwicklung des Systems bereits vor gut 9 Jahren beschlossen wurde, also zu einer Zeit, als die Sicherheitslage noch eine andere war.
- In welchem Umfang wächst durch die technische Machbarkeit die Bereitschaft zu weltweiten militärischen Aktionen?
Nun, da sehe ich eigentlich nicht das Problem, da es sich eher um ein Verteidigungssystem handelt, dessen Abschreckungspotenzial zwar umstritten, aber dennoch vorhanden sein dürfte. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob die eigentliche Bedrohung durch Terror damit wenigstens ein Stückchen bekämpfen ließe.
- Wie stellen sich Deutschland und Europa zu dieser Entwicklung und inwieweit sind wir jetzt schon daran beteiligt?
Wie sich Deutschland zu dieser Entwicklung stellt, ist m.E. noch nicht absehbar.
Freundschaft!
Siechfred
Nichts ist schwerer einzureißen als die Mauer in den Köpfen.