Andreas Korthaus: Rundungsproblem, Währungsumrechnung, gibt es feste Regeln?

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Hallo!

Dein Problem ist grundsätzlich nicht mit Mathematik lösbar.

Das hatte ich befürchtet ;-)

Im Prinzip mußt du selbst dich entscheiden, wie du mit diesen Rundungsfehlern umgehen willst. Klar ist dabei eigentlich nur eines: Egal wie die Summe der Einzelpreise auch entsteht - irgendwann wird unten auf der Rechnung ein Endpreis (ob nun mit oder ohne Steuer) herauskommen, und genau den muß der Kunde bezahlen, und genau den mußt du als Einnahme verbuchen - nichts anderes.

Bei der Software geht es nicht um den Verkauf einer Ware. Hier werden Preise unterschiedlicher Anwender(Anbieter/Hersteller) mit unterschiedlichen Faktoren "belastet". Letztendlich gebucht werden verschiedene Leistungen, die in die Faktoren eingerechnet sind... außerdem werden kalkulatorische Posten eingerechnet... ist wirklich kompliziert zu erklären. Jedenfalls sind die Preise die ich dann erhalte kalkulatorische Preise, die (durch den Faktor) auf eine betriebswirtschaftlich vergleichbare Basis gebracht werden. Dass man hier auch Wechselkurse einrechnen kann ist ein Nebeneffekt, nur ist das Problem an diesen einfacher nachzuvollziehen. Was der Faktor letztendlich bedeutet ist ja für die Darstellung/Berechnung nicht so wichtig.

Wenn du also Ausgangspreise in Euro hast, und einem Kunden Dollarpreise präsentieren willst, dann hast du eine grundsätzliche Entscheidung zu treffen: Gibst du für alle Produkte einen aufgrund des Währungskurses berechenbaren Preis "informationshalber" aus, rechnest intern aber weiter in Euro bis hin zur Endsumme, welche dann umgerechnet wird in Dollar

Das Währungsrisiko kann ich zum Glück komplett ignorieren.
Es ist so, dass ich als Ausgangspreis EUR habe. USD soll eine Hilfestellung sein, allerdings soll es wirklich transparent sein. Das Problem ist, nicht ich gebe den Preis an, sondern der Benutzer. Der gibt dann meinetwegen einen USD-Stückpreis mit 5 Nachkommastellen an. daraus berechnet sich dann in seiner Tabelle mit den Mengen je ein Gesamtpreis und darüber die Summe. Diese Tabelle, die will _ich_ jetzt in EUR sehen, ebenfalls mit 5 Nachkomastellen. Die Tabelle soll in sich ebenfalls konsistent sein, und meine Summe soll gemäß dem Kurs mit der Summe des Amerikaners überein stimmen. Dies ist aber mathematisch nicht möglich, jedenfalls wüsste ich nicht wie.

oder rechnest du die Artikelpreise alle in einen festen Dollarpreis um, und summierst dann die Einzelpreise in Dollar, wenn die Endsumme in Dollar abgerechnet werden soll.

Das gibt garantiert Probleme bei der Endsumme.

Beide Verfahren sind in meinen Augen legitim. Das zweite Verfahren hat den Vorteil, dass du den Vorgang "Ich hab aber eigentlich Europreise" dem Kunden verborgen bleibt, weil er die umgerechneten Preise tatsächlich summieren und nachrechnen kann, und alles aufgeht, und den Nachteil, dass du für jedes Produkt und jede Währung einen eigenen Preis speichern und behandeln mußt. Das erste Verfahren hat den Vorteil, dass du tatsächlich nur einen wirklichen Produktpreis hast, der von allen Kunden bezahlt wird, aber unweigerlich auf Rundungsfehler stößt.

Hm, vom Regen in die Traufe... ;-)

Der Ansatz ist die freie Preisgestaltung. Du kannst als Preis nehmen, was du gerne willst. Du kannst in Euro mehr oder weniger nehmen, als in Dollar. Solange der Kunde den Preis bezahlt, sollte das keine großen Probleme machen. :)

Das Problem ist, dass es genau anders herum läuft:
ICH will einen bestimmten Artikel kaufen/herstellen lassen. Daher frage ich verschiedene Firmen nach deren Preisen. Im Prinzip eine Ausschreibung. Ich will aber am Ende nicht nur den Gesamtpreis wissen, sondern will unter anderem für meine Kostenrechnung auch die Einzelpreise in mein SAP-System einlesen. Und dann stehe ich vor dem Problem, der Amerikaner hat schön Einzelpreise in USD angegeben und ich will die Einzelpreise in EUR in SAP einlesen, und am Ende soll dieselbe Summe da rauskommen, wie sie tatsächlich aufgrund der USD-Summe(umgerechnet in EUR mit angegebenem Kurs) des Amerikaners von meinem Konto abgebucht wird. In meinen Augen ist das nicht möglich. Oder? (Angeblich schon...)

Viele Grüße
Andreas

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