Swen Wacker: Umgang mit Kundenwünschen (Musik, Dynamik etc.)

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Moin,

Er sagt "technisch unbedarft" und du "ihr die Folgen bewusst sind", das widerspricht sich doch, oder?

Nein, um die Folgen einer Technik abzuschätzen muss ich sie nicht beherrschen[1]. Das ist kein Dilemma sondern ein Naturgesetz. Wenn sie weiß, dass nicht jeder flash-Seiten betrachten kann und sie ungefähr versteht welchen Personenkreis sie damit ausschließt und das in Kauf nimmt, dann braucht sie dazu keinerlei technisches Wissen. Man könnte ihr ihre Webseite via Modem in einem PDA zeigen oder sie fragen, ob sie jemanden kennt, der in Watte gepackt hinter einer typischen Firmen-Firewall arbeitet und ggf. den ihre Seite betrachten lassen. So etwas "wirkt" vielleicht. Technische Erklärungen oder Heilspredigten über die gewollte Klarheit und Universalität des WWW erreichen wirken nach meinen Gefühl jedoch nie.

Viele Grüße

Swen Wacker

[1] Mehr dazu bei Dürrenmatts "Die Physiker" am Beispiel. Der (vermeintliche) Patient in einer Irrenanstalt, der sich für Isaac Newton hält, sagt zum ermittelnden Inspektor der Mordkommission, der ihn eigentlich gern wegen des Mordes an einer Krankenschwester verhaften würde, dass Physiker wie er Theorien in der Sprache der Mathematik niederschrieben und dass dann Techniker kämen und sich nicht mehr um die Formeln kümmerten. Sie gingen mit der Elektrizität um wie der Zuhälter mit der Hure: sie nützen sie aus. Sie stellten eine Maschine her, die erst dann brauchbar sei, wenn sie von der Erkenntnis unabhängig ist, die zur ihrer Erfindung führte. So vermag heute jeder Esel eine Glühbirne zum Leuchten bringen oder eine Atombombe zu Explosion. Und nun wolle ihn der Inspektor wegen des Mordes an eine Krankenschwester festnehmen, nicht aber wegen der Ermöglichung der Atombombe? Das sei nicht fair.
Mit Flash und dem www verhält es nicht viel anders.