Hallo,
wir dürften, wenn wir konsequent vorgehen, nicht mit 6 Würfen rechnen - sondern jedes, wirklich JEDES zufällige Ereignis miteinbeziehen - nach dem Motto - Kopf, Kopf, Kopf, halb sechs, Apfel fällt vom Baum, Sturm auf der Venus - Wahrscheinlichkeit dafür sei X.
Wir dürften schon, aber es besteht keinerlei Notwendigkeit und keinerlei Nutzen, wenn man so vorgeht. Wenn man eine Reihe von Zufallsereignisssen hat, kann man diese beliebig durcheinandermischen oder weitere Zufallsereignisse dazumischen oder wegnehmen, ohne dass das Ergebnis zufälliger oder weniger zufällig wird. Nur sortieren oder ähnliches darf man die Einzelereignisse natürlich nicht ohne weiteres.
also lass die überlegungen und vertrau dem instinkt.
So einfach ist es nicht. Das Ziegenproblem z.B. zeigt, dass der Instinkt leicht täuschen kann. Mein Instinkt unterliegt angeblich dem sog. Spielerfehlschluss. Umfangreiche Untersuchungen haben mir aber gezeigt, dass dem anscheinend doch nicht so ist.
(noch mal für die langsameren unter uns - was genau sollte dieser thread bewirken?)
Er sollte Spezialisten der Wahrscheinlichkeitsrechnung anlocken, die mir beweisen oder widerlegen können, was ich versucht habe zu erklären: Wenn ich wiederholt zu beliebigen Zeitpunkten eine Reihe von Münzwürfen untersuche (mit idealer Münze) und feststelle, dass gerade 10 mal hintereinander Kopf gefallen ist, so kann ich jeweils relativ beruhigt davon ausgehen, dass unter den nächsten 4 Würfen (z.B.) Zahl fällt, und zwar wesentlich beruhigter, als wenn ich das unabhängig von den vorher beobachteten Würfen jeweils annehmen würde. Ist das nun ein Spielerfehlschluss oder nicht? Das ist hier die Frage. Die Zahlen 10 und 4 sind hier ganz willkürlich, bei 20 und 5 wäre es tendenziell dasselbe, aber eben noch sicherer.
P.S: es gab (gibt? lebt er noch?) einen mann der 3 mal vom blitz getroffen wurde, und es gibt 6 Milliarden die niemals von einem Blitz getroffen wurden. du kannst daraus aber keine Wahrscheinlichkeit für einen Blitztreffer rechnen - oder?
Doch, das wäre schon möglich, wenn auch wenig sinnvoll, weil man zu wenig Daten hat. Ich erinnere mich wage an ein Beispiel in der Schule, wo uns der Mathelehrer bewiesen hat, dass es sehr wahrscheinlich ist (2/3), das eine Frau mit zwei Kindern als zweites Kind einen Jungen hat. Das lag daran, dass im konkreten Beispiel zu wenig Daten für eine allgemeingültige Aussage vorhanden waren, so dass sich nach der reinen Theorie eben eine 2/3-Wahrscheinlichkeit für einen Jungen ergab.
Gruß, Don P