Hallo,
Wenn ich verhindern will, dass sich jemand an meinen Daten zu schaffen macht, muss ich dafür sorgen, dass niemand an meinen PC kommt. Ein Unbefugter müsste also erstmal gewaltsam in meine Wohnung (mein Büro, whatever) eindringen.
Staatliche Organe haben beispielsweise exakt diese Möglichkeit, ohne dass du ihnen auch nur das geringste entgegensetzen kannst.
sicher. Dazu muss aber erstmal der konkrete Verdacht einer kriminellen Handlung gegen mich bestehen. Und wenn's mal _so_ weit ist, ich wiederhole mich: Dann sind die Daten auf meinem Rechner eins meiner kleinsten Probleme!
Wer weiß, was die Behörden zu deiner MP3-Sammlung sagen, ...
Nichts, was sollen sie sagen? Ich hab' die CDs dazu im Schrank.
zu deinen diversen Videodateien, ...
Welche Videodateien? Meine Urlaubsvideos?
dem Inhalt deines Browsercaches und der History, zu installierten Programmen ...
Können die meinetwegen haben.
und generell zu den vielen persönlichen Dateien, die über dein gesamtes Leben besser und bereitwilliger Auskunft geben, als du es in einem Verhör freiwillig tun würdest.
Schon richtig, aber wenn ein konkreter Tatverdacht gegen mich besteht -und nur dann gibt's einen Durchsuchungsbefehl, der dieses Eindringen in meine Privaträume überhaupt erlaubt- dann bin ich "erkennungsdienstlich" schon weitgehend durchleuchtet, so dass die paar Dateien auf meinem PC auch nicht mehr viel Neues offenbaren.
Ich gehe davon aus, dass der Rechner in einem gegen unbefugten Zugang gesicherten Raum steht und nicht im Hausflur.
Kein Raum ist vollständig gegen unbefugten Zugang gesichert.
Gesichert = nicht ohne rechtswidrige Maßnahmen zugänglich. Sich gegen kriminelle Eingriffsmöglichkeiten auch noch "absichern" zu wollen, ist meiner Ansicht nach a) ein Kampf gegen Windmühlen und b) übertriebene Paranoia. Ein "Basisschutz" muss genügen, der darin besteht, die Türen zuzumachen und Privates nicht übermäßig zur Schau zu stellen.
So long,
Martin