Der Martin: Wie arbeitet ein Thermostatventil?

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Hallo Dirk,

meine praktische Erfahrung zeigt genau das Gegenteil: herrschen in meinem Badezimmer 18°C (und die Heizung läuft, dazu unten...), wird der Heizkörper heiß (ca. 60° = Vorlauftemperatur, weil der Heizkörper unmittelbar neben der Therme sitzt) - habe ich dagegen dort 22° bleibt er kalt (natürlich Zimmertemperatur, also 22°).

hehe, bei 22° im Badezimmer herrscht für mich noch Heizbedarf. :-)

Nach deiner Theorie müsste der Heizkörper bei laufender Heizung immer einen gewissen Prozentsatz der Vorlauftemperatur liefern, das Gegenteil ist der Fall.

Nö, bei mir in der Wohnung ist das tatsächlich so, wie ich schilderte. Der Heizkörper ist immer spürbar wärmer als die Raumluft, selbst wenn ich's mollig warm im Wohnzimmer habe.

Öffnet man die Zimmertür, ändert sich die Raumtemperatur, weil mehr Wärme in den Flur entweicht.
Scheint die Sonne durch die Fenster herein, steigt die Raumtemperatur, weil der Heizkörperthermostat davon nichts merkt und mit unverminderter Leistung weiterheizt. (...)
Das deutet für mich auf ein kaputtes (eingerostetes oder sonstwas) Ventil hin...

Nein. Die meisten Thermostatventile neigen dazu, dass sie sich in der geschlossenen Stellung festsetzen und deshalb dann versagen, wenn sie eigentlich wieder öffnen (heizen) sollten. Das ist aber ein ganz anderes Thema.

Ich wünsche mir seit Jahren, ich hätte ein einfaches mechanisches Ventil ohne Thermostat an den Heizkörpern - es wäre IMHO immer noch besser als dieses vermurkste Thermostatprinzip, zumindest leichter handhabbar.
Das wiederum sollte doch kein Problem darstellen: auch ein Thermostatventil hat einen Links- und einen Rechtsanschlag - in Stellung * (Frostschutz) wird es unter Normalbedingungen immer schließen, in Stellung 5 (max) wird es immer voll öffnen, genau das tut ein mechanisches Ventil auch.

Darauf läuft es in der kritischen Zeit (Kälteperiode im Winter) auch hinaus. Dann bin ich selbst der Thermostat.

Wohl dem, der einen Raumthermostat mit abgesetztem Fühler hat. Das ist natürlich die Edellösung. Ich kenne aber persönlich niemanden, der sowas in seiner Wohnung hat.
Du meinst vermutlich ein "Thermostatventil mit abgesetztem Fühler"...

Ja, klar. ;-)

Fast jede Etagenheizung hat nämlich ein Raumthermostat, das die Vorlauftemperatur regelt

Mag sein; ich habe aber immer nur Zentralheizungen kennengelernt, bei denen das ganze Haus an einem einzigen Heizkrieslauf hängt und jeder Heizkörper seinen Thermostat hat.

Haus-Zentralheizungen haben dagegen im Allgemeinen einen Außenfühler, d.h. es gibt nur warmes Wasser im Heizkreislauf, wenn die Außentemperatur einen bestimmten Wert unterschreitet

Ja, das finde ich auch so beknackt. Die Außentemperatur interessiert mich doch nicht, wenn ich in der Wohnung eine bestimmte Raumtemperatur erreichen möchte, sondern allein die Innentemperatur. Die Vorlauftemperatur muss also ausreichend hoch sein, dann regelt sich das allein über die Durchflussmenge.

So long,
 Martin

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Fettflecke werden wieder wie neu, wenn man sie regelmäßig mit etwas Butter einschmiert.