Tom: Wie arbeitet ein Thermostatventil?

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Hello,

Die Erfahrung aus der Praxis zeigt leider, dass die Sorte Thermostatventil, bei der Thermostat und Ventil in einer Einheit montiert sind, kaum eine konstante Raumtemperatur halten können, sondern allenfalls die Temperatur des Ventilkörpers regeln.

Dann ist entweder der Heizkörper zu klein gewählt oder die Vorlauftemperatur nicht passend dazu gewählt. Das sind die beiden häufigsten Fehler.

Wenn Du bei -20°C Außentemperatur eine Erhaltungsleistung (die die Raumtemperatur auf 20°C halten kann) von 2kW benötigst, dann muss der Heizkörper auf ca. 4kW bei dazu passender Vorlauftemperatur ausgelegt sein. Je nach Bauart und Auslegung der Heizungsanlage sind das dann entweder 90°C (alte Anlage), 60-65°C (normale Warmwasserheizung) oder sogar nur 45-55°C bei modernen Niedrigtemperatur-Heizanlagen. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto größer ist der Konvektionsanteil des Heizkörpers gegenüber dem Radiationsanteil. Der heizkörper muss also einfach mehr Konvektorfläche besitzen. Je niedriger die Bauform des Heizkörpers und je niedriger die Vorlauftemperatur ist, desto geringer ist die Entschichtung der Luft im Raum, also umso gleichmäßiger ist die Raumtemperatur. Das spart dann Heizarbeit und damit Geld.

Fußboden- Wand- und Deckenheitzungen haben hier das Extrem erreicht. Da reicht eine Oberflächentemperatur von maximal 29°C (nach DIN) aus, um auch kälteste Tage (also nach DIN -20°C) überstehen zu können.

Harzliche Grüße vom Berg
http://bergpost.annerschbarrich.de

Tom

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Ein Jammer ist auch, dass die Dummen so selbstsicher und die Klugen voller Zweifel sind. Das sollte uns häufiger zweifeln lassen :-)