Længlich: Ein Wort zum Sonntag

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Kitaitirivi!

...Teufel nochmal, wo bleibt denn die Kohle? >:-|

Das frage ich mich bei praktisch allem, was der Staat so treibt, und auch bei einigen größeren Unternehmen.

[…]
Sie hat also etwa 20 Jahre als Hautärztin praktiziert.
[…]
Na ja, ein Hautarzt ist natürlich überhaupt nicht mit einem Zahnarzt zu vergleichen.

Einerseits das (verschiedene Ärztegruppen verdienen wirklich sehr unterschiedlich, am schlechtesten die Chirurgen), aber vor allem ist »vor 20 Jahren« kaum noch mit »heute« zu vergleichen. In den fünfziger und sechziger Jahren haben Praxen noch sehr viel Gewinn abgeworfen, so daß sich das (außerordentlich lange und schwierige!) Studium noch sehr gelohnt hat. Seit den Siebzigern wurde es mit jeder Reform schlechter, und vor ein paar Jahren hat eine Studie ergeben, daß eine jetzt eröffnete, schuldenfinanzierte Zahnarztpraxis sich nicht mehr amortisieren kann. Sprich: Ein Zahnarzt kann nur noch dann von seiner Praxis leben, wenn er sie fertig eingerichtet vom Vater übernimmt.

Die Einrichtung der Praxis ist je nach Fachbereich auch unterschiedlich teuer. Als Unbeteiligter macht man sich kein Bild, was da für Werte rumliegen: Eine Behandlungseinheit beim Zahnarzt (»Zahnarztstuhl«) ist nicht unter 30.000 € aufzutreiben, simple Ersatzteile dafür (z.B. Schläuche) fangen bei 900 € an; selbst ein Einwegskalpell schlägt schon mit 10 € zu Buche.

Und außerdem geht es ja nicht nur darum, ob der Arzt von der Praxis leben kann – nach einem solchen Studium und bei derartiger Verantwortung ist ein etwas höherer Lebensstandard durchaus angemessen. Wie Snafu ganz richtig geschrieben hat, gibt’s für eine Beratung maximal 10 € brutto, und eine ordentliche Beratung dauert nunmal durchschnittlich eine Stunde. 10 € für eine Stunde Arbeitszeit eines Akademikers ist einfach lächerlich.

Viele Grüße vom Længlich

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Mein aktueller Gruß ist:
Apurucayali (gesprochen in Peru)