Hallo Gunnar,
für solche Zeiträume ist eine Datumsklasse, die mit milisekundengenauen Timestamps arbeitet, sowieso eher überdimensioniert.
Und sowieso unsinnig, wenn sie nicht auch Schaltsekunden berücksichtigt.
Nein, nicht unbedingt. Es hängt stark von der verwendeten Zeitskala ab. Einigt man sich darauf, dass eine Sekunde als 86400ter Bruchteil eines Tages anzusehen ist und keine konstante Länge hat (UT1 wäre ein Beispiel für so eine Zeitskala), dann benötigt man keine Schaltsekunden. Verwendet man dagegen eine Zeitskala, in der man nur mit SI-Sekunden rechnet, aber einen Tag immer als 86400faches einer Sekunde definiert und dabei in Kauf nimmt, dass es durch die Ungenauigkeiten in der Erdrotation eben mit der Zeit drastische Abweichungen geben wird (TAI wäre ein Beispiel für so eine Zeitskala), benötigt man ebenfalls keine Schaltsekunden. Nur, wenn man sowohl eine konstante Sekundendefinition UND die Anpassung an die Erdrotation haben will (Zeitskala UTC), DANN benötigt man Schaltsekunden.
Wobei es akademisch ist, über Schaltsekunden zu sprechen, wenn man Daten vor 1970 betrachtet, da zu diesem Zeitpunkt (etwa) Schaltsekunden "erfunden" wurden. Die Notwendigkeit für Schaltsekunden hat es jedoch mit Sicherheit auch zwischen 1476 und 1945 gegeben - man hat damals jedoch nicht die Möglichkeit gehabt, so genau zu messen, weswegen man ausschließlich eine unregelmäßige Sekundendefinition (d.h. immer 86400ter Bruchteil eines Tages) für alle Zeiten vor 1970 zu Grunde legen kann - alles andere ist einfach nicht sinnvoll.
Daher ist es für diese konkrete Rechnung in Ordnung, dass JS keine Schaltsekunden verwendet, da es diese zu der Zeit noch gar nicht gab. Eine Software, die Schaltsekunden berücksichtigt, wird Dir für diese Daten das gleiche Ergebnis liefern, wie diese JS-Rechnung.
Viele Grüße,
Christian