Tja "Abwärtskompatibilität"... manchmal wäre eine gekapselte Emulatorschicht und ein Neuanfang besser. Nicht nur bei HTML, auch z.B. bei Windows. MacOS hat mehrere solcher Schritte überlebt, also ganz unmöglich ist es nicht.
Nein. Aber nicht gewollt.
Von wem nicht gewollt? Den Browserherstellern? Den Webautoren? Der breiten surfenden Masse?
Ich denke ein XHTML 2 parallel zu HTML4 wäre genau das richtige. Wem die strengen Regeln auf die Nerven gehen kann ja beim alten bleiben. Die Existenz bestehender Webseiten wäre ebenfalls nicht gefährdet.
Die Browserhersteller waren nicht willens, bzw. sahen sich generell nicht in der Lage, HTML mit XHTML 2 abzulösen. Die Gründe waren viele, und gingen bis hin zum "XML ist im Web gescheitert - wir sollten aus unseren Fehlern lernen, komplett von vorne anfangen". Gleichzeitig ging es ihnen auf den Sack, daß HTML (und mit dem stockenden XHTML auch gleich die ganze Webentwicklung) jahrelang nicht mehr vorwärts kam.
Übersetzung: Die Browserhersteller haben erst die Weiterentwicklung selbst behindert und sich dann darüber geärgert. Es lag sicher nicht am W3C, dass XML im Web gescheitert ist.
Abstrahiert würde ich sagen: Irgendwann werden wir was Neues haben. Was, kann man noch nicht sagen. Aber mom. ist die Zeit wohl noch nicht reif dafür. Übergangsweise wird HTML weiterentwickelt. Leben wir damit, und ärgern uns nicht darüber. Der menschlichen Schwächen sind so viele, da ist diese Problem wirklich eher luxuriöser Natur ... :-)
Übergangsweise? Das glaubst du doch wohl selbst nicht. Sauberes Markup ist im Web *von den Browserherstellern* offenbar nicht gewünscht. Also wird es entweder nach HTML 5 HTML 6, 7, etc. geben oder man verzichtet gleich ganz auf Standardisierung.
Ich hätte mir auch eher modulare Standards à la XHTML 1.1 (die modularisierte Variante) gewünscht, dann könnte man Teile separat weiterentwickeln.
Und ich geb ihm in dem Punkt eindeutig Recht.
Da fragt man sich wirklich: Wie konnte das WWW nur ohne gescheite Tools jaemals soooo erfolgreich werden. ;-)
Wenn eine Idee weithin angenommen wird, kann sie erfolgreich sein, selbst wenn die konkrete Umsetzung völliger Mist ist.
Was zumindest Tim Berner-Lee sich nicht so vorgestellt haben mag. Entwickler gab es mehr. Aber ich gebe ja zu: Meine sich über all die Jahre gewachsene Abneigung des W3Cs wg. seiner Praxisferne, bezieht sich durchaus auch auf den Großen Vorsitzenden (ohne seine geniale Grundidee damit schmälern zu wollen). Was wirklich Richtungsweisendes ist mir jetzt so spontan allerdings auch nicht weiter in Erinnerung ...
... zumindest was praxisnahe und umsetzbare, geschweige denn umgesetzte Ideen angeht.
Komisch, Dinge wie XML wurden außer im Web sehr gut angenommen, eigentlich dort auch - Feeds stehen auf XML-Füßen, Browser kennen XML-HTTP-Requests. Auch die Weiterentwicklung von DOM und CSS findet weitestgehend beim W3C statt, da haben die Browserhersteller auch offenbar kein Problem mit. XPath ist ebenfalls bei einigen implementiert, Unterstützung für SVG und MathML ist bei manchen auch eingebaut.
Gegen XHTML stemmt man sich hingegen mit Händen und Füßen - warum?
Na ja, wird man halt auch nicht arbeitslos. Das hat ja ebenfalls einen Wert ... ;-)
Gesamtwirtschaftlich gesehen nicht, Arbeit, die hätte vermieden werden können, kostet, bringt aber nichts ein.
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.
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