LX: Mindestlohn für die Weiterbildungsbranche

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Hi, Tom1

Wie würdet Ihr (wenn ihr zu denjenigen gehört, die ebenfalls in diesem Metier tätig sind) die Chancen für eine solche Genossenschaft einschätzen?

Auch wenn ich mich nicht mehr zu diesem Metier zählen darf/muss, kann ich dazu eine relativ realitätsnahe Einschätzung geben: die Mehrheit der Kunden, die einen Dozenten engagieren, werden in eine von zwei Kategorien fallen:

Kategorie A: der Kunde weiß, was und vor allem, wen er will. Der Vortrag wird mit dem Namen des Dozenten beworben und der Kunde ist bereit, dafür einen fairen Preis zu zahlen.

Kategorie B: dem Kunden reicht es, wenn irgendwer die Informationen halbwegs überzeugend abliefert und ist bereit, dafür den günstigsten Dozenten (und dessen Schwächen in Kauf) zu nehmen.

Da die Kategorie B in der Regel überwiegen wird, schneidet sich jeder freischaffende Dozent, der nicht berühmt ist und somit ausreichend Aufträge aus der Kategorie A bekommt, zunächst ins eigene Fleisch, wenn er sich einer derartigen Genossenschaft anschließt.

Dass derlei Investition von Zeit und Geld langfristige Früchte tragen wird, kannst Du noch so überzeugend darlegen - gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise wirst Du damit dennoch wenig Erfolg haben.

Gruß, LX

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RFC 1925, Satz 3: Mit ausreichendem Schub fliegen Schweine wunderbar. (...)