Alexander (HH): Laptop mit welcher ausstattung?

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Moin Moin!

Wie schon mehrfach gesagt: Viel RAM hilft viel. Sinnvolle Obergrenze bei Windows in 32-Bit-Ausgabe ist 3,5 GByte, mehr darf Win32 nicht verwalten. Linux 32-Bit kann 16 GByte, einige Server-Versionen von Win32 ebenfalls. Mit 64-Bit-OS ist das völlig Banane, da sind 8 bis 64 GByte kein Problem. Unter 4 GByte solltest Du bei Windows 64 Bit nicht gehen, weil MS für den ganzen zwangsweise installierten und aktivierten Firlefanz viel RAM verbrennt.

Bildschirm zum ersten: Kauf Dir keinen Schminkspiegel. Du willst definitiv einen entspiegelten, matten, "non-glare" Bildschirm.

Bildschirm zum zweiten: Einer ist mir zum Entwickeln definitiv zu wenig, ich brauche zwei, möglichst groß, möglichst gleich groß, möglichst parallel nebeneinander. Da scheidet ein Laptop in aller Regel binnen Sekunden aus. Man kann natürlich basteln, Matrox verkauft z.B. einige kleine Dosen (Graphics eXpansion Modules), die aus einem Display-Anschluß (VGA/DVI/Displayport) zwei oder drei machen. Oder man hat in einer Docking Station eine brauchbare Dual-Head-Grafikkarte. Oder man lebt mit dem faulen Kompromiß, dass man neben den Laptop-Bildschirm noch einen zweiten Monitor stellt, der am VGA/DVI-Ausgang des Laptops oder einem USB-auf-VGA/USB-auf-DVI-Adapter hängt.

Laptop: Ich brauche zum Entwickeln Ruhe. Die hab ich nicht in der Straßenbahn, nicht im Bus, nicht im Zug, nicht beim Kunden, und auch nicht im Wohnzimmer zwischen nörgelnder Frau und quengelnden Kindern. Bleibt also nur das Arbeitszimmer. Dort blockiert der Laptop mit dem notwendigen Kabelverhau jede Menge Platz auf dem Schreibtisch, den ich besser nutzen könnte. Warum also ein Laptop? Ein (Mini-/Midi-)Tower verschwindet unter dem Tisch, der ganze Strippenkram kann sauber und fest verlegt werden, und zwei Monitore sind für gängige Grafikkarten auch längst kein Problem mehr. Zum Kunden kann ich immer noch irgendeinen möglichst leichten Laptop mitschleppen, um Ergebnisse vorzuführen oder kleinere Änderungen vorzunehmen. Da brauche ich auch keine zwei Bildschirme, kann mit einer mickrigen Tastatur leben und mit einem winzigen Bildschirm. Da reichen dann auch 2x USB (1x Stick, 1x Maus) und 1x VGA (optional DVI), LAN, WLAN als Anschlüsse. Für Straßenbahn-Surfer optional noch ein integriertes UMTS-Modem oder eines als Cardbus/Expresscard-Variante.

Wie sieht Dein Backup-Konzept aus?

Laß mich raten. Ein fast leeres Blatt im DIN-A5-Format, auf dem nur oben links folgende zwei Zeilen stehen:

Backup-Konzept:
    TO DO

Und wenn dann Daten weg sind, weil irgendein A*** den Laptop geklaut oder die Treppe runtergeschmissen hat, kramst Du das Blatt wieder raus.

Mein Konzept sieht so aus:

1. Alle nicht temporären Daten, inklusive E-Mails, CD-Images, Installer, Dokumenten, liegen auf dem Server (im Keller).
2. Alle Projekte liegen in einem gut gepflegten Subversion-Repository auf dem Server, so dass ich problemlos JEDEN alten Stand wiederherstellen kann.
3. Der Server nutzt ein RAID, um gegen den Ausfall einer einzelnen Platte abgesichert zu sein. Implementiert als Linux-Software-RAID, um nicht von einem Hersteller eines Hardware- oder Host-RAIDs abhängig zu sein. Das hat mir mindestens einmal erspart, ein Terabyte-großes Backup wieder einzuspielen, nachdem ein RAID-Controller (mit deaktivierter RAID-Funktion) im Betrieb verreckt ist.
4. Jede Nacht schreibt der Server ein Backup vom RAID auf eine externe Platte UND mailt mir einen Bericht, aus dem hervorgeht, ob das Backup erfolgreich war (wie fast jede Nacht) oder nicht (wie vorgestern).
5. Alle Benutzer-Accounts inklusive Windows-Profilen liegen auf dem Server.
6. Workstations kann man gelegentlich sichern, muß man aber nicht. Neu Aufsetzen, anschließendes Einhängen in die Domain, Login als Domain-User, und schon ist alles wieder schön. Das dauert allerdings etwa einen Tag. Mir reicht das, Dir vielleicht nicht. Dann wäre eine häufigere (tägliche) Sicherung der Workstations / Laptops sinnvoll. Das kann durchaus einfach per rsync / Unison auf den Server passieren, sobald Du ein brauchbares Image hast, das auf eine neue, leere Platte aufgespielt werden kann.
7. Ich kann mich jederzeit von außen auf meinen Server connecten und mir die Daten wieder beschaffen, die ich gerade vom Laptop gelöscht habe. Notfalls auch mit einem Notfall-Schlüssel auf einem USB-Stick von einem fremden Rechner aus. Auch ohne das virenverseuchte und mit Proxies und Firewalls verrammlte Kundennetzwerk benutzen zu müssen. Notfalls kann ich auch von außen direkt auf dem Server arbeiten.

Bei wirklich wichtigen Aktionen habe ich den Laptop, ein Backup aller wichtigen Daten in LESBAREN FORMATEN auf einem USB-Stick, die Originaldaten auf dem Server, und für den Fall der Fälle ein Backup auf Papier / Folien.

Alexander

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Today I will gladly share my knowledge and experience, for there are no sweeter words than "I told you so".