hotti: Kategorien bzw. Artikeleigenschaften in Webshops

Beitrag lesen

hi,

vorweg: Ich kenne Shopsysteme bisher nur aus der Sicht des Kunden,

Genauso sollte ein Shopsystem auch sein, denke ich: Kundenorientiert.

da frage ich als Weinbanause doch sofort unwissend: Unterscheidet man Rotweine nicht mehr auf der Skala von lieblich bis trocken?

Define "Banause". Es gab Zeiten, da hab ich Rotwein nicht getrunken, sondern gesoffen. War ich zu dieser Zeit ein Banause? Nun, ein Säufer braucht Stoff, der nicht klebt, einen Stoff, in dem möglichst alles, was vergärbar ist, in Alkohol umgesetzt ist. Ein lieblicher Wein ist da völlig fehl am Platz, nicht nur wegen der Kopfschmerzen. Farbe ist egal, nach der ersten Flasche ist auch der Geschmack egal....

Es ist bei Rotwein freilich auch gerade die Farbe, die ein Qualitätsmerkmal ist, die wiederspiegelt unmittelbar die "Handwerkskunst" des Winzers, denn der Farbstoff steckt in der Schale und löst sich erst infolge des Maischvorganges. Letzteres ist eine stets kritische Angelegenheit, denn in der Zeit der Maische sind die Gefäße ziemlich offen und empfindlich.

Die Elsässer haben dies richtig erkannt und füllen ihren Roten (Pinot Noir) mehr und mehr in weiße Flaschen, so dass der Kunde die Farbe gut beurteilen kann.

Genau hier komme ich immer wieder zu dem Schluss, dass ein Weinverkauf "im Internet" nicht gut laufen kann. Es gibt noch mehr Gründe, die dagegen sprechen, das sagt auch mein langjähriger Bekannter, der selbst Weinproduzent ist: Ein Wein ist etwas Lebendiges, er ist mehr an Geselligkeit gebunden, an Weinfeste, an den "Verkauf vor Ort" und sehr eng an die Gegend, wo er gemacht wird. Das kann jeder nachvollziehen, der mindestens einmal in der Pfalz war, insbesondere an der SÜW.

Dort werden Weingeschäfte haupsächlich von "Hand zu Hand" abgewickelt, ein wesentlicher Bestandteil ist auch die Verkostung. Im Internet nicht machbar.

Ein weiterer Umstand ist der, dass die deutsche Weingesetzgebung für die resultierende Qualität sehr viel Spielraum lässt. Ein nach deutschen Gesetz hergestellter Wein kann also von Produzent zu Produzent völlig unterschiedlich schmecken, so dass auch hier wiederum die Probe sehr wohl ausschlaggebend ist.

Beim franz. Wein ist das ganz anders, einen AOC-Wein kaufe ich ungesehen, ich kann mich auf das Gesetz verlassen, ich weiß, dass damit ein gleichbleibende Qualität garantiert ist. Das wäre schon eher was für einen Verkauf im Internet.

Euch allen ein schönes Wochenende,
Grüße aus Rheinland Pfalz (war mal Französisch),
der Oppenheimer