Der Martin: Mein Wort zum Sonntag

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Hallo,

Träume haben lediglich die Bedeutung, dass das schlafende Gehirn Synapsen sortiert
Dass Träume nur Synapsen (Kontakte zwischen Nervenzellen) sortieren und keinen Sinn haben, kann ich nicht bestätigen.

naja, wenn man die Vorgänge im Gehirn rein sachlich und physiologisch betrachtet, mag das vielleicht stimmen. Wichtig ist aber, was dieses "Sortieren der Synapsen" für Wirkungen hat.

Ich hatte kürzlich Probleme in der Kommunikation mit einer anderen Person, etwas löste in mir Angst aus, so dass ich nicht richtig über die Aussagen des Anderen nachdenken konnte.
In der Nacht darauf hatte ich einen Traum, sehr kurz, sehr deutlich, ich bin davon aufgewacht, so dass ich mir den Inhalt merken konnte. Mir wurde ein Schriftzug gezeigt.
Am nächsten Morgen beschäftige ich mich mit den vier Worten auf dem Schriftzug, ich konnte mich an ein Ereignis erinnern, das 15 Jahre zurückliegt, und plötzlich wußte ich, warum die Kommunikation Angst ausgelöst hatte.
Durch das Bewußtwerden des Grundes für die Angst konnte ich sie beseite tun und mich vernünftig mit der anderen Person besprechen. Dabei war der Traum nicht zufällig, sondern helfend, aber nur, wenn er richtig gedeutet wurde.

Ja, das glaube ich gern. Im Traum versucht das Gehirn, Eindrücke aufzuarbeiten und zu "archivieren", die im Wachzustand zu kurz gekommen sind. Dabei würfelt es Eindrücke aus ganz unterschiedlichen Bereichen scheinbar willkürlich zusammen, so dass wir im Traum manchmal Ereignisse und Personen zusammenbringen, die in der Realität niemals miteinander zu tun haben/hatten. Deshalb sind sehr viele Träume völlig wirr und scheinbar konfus und sinnlos, wenn wir uns beim Aufwachen noch daran erinnern.
Aber im Traum sind auch die Barrieren außer Kraft gesetzt, die wir uns durch streng rationales Denken selbst auferlegen. Deswegen können wir im Traum manchmal Zusammenhänge erkennen, die der rational arbeitende Teil des Gehirns im Wachzustand sofort als "ungültig" ausblenden würde.
Auch das Erinnerungsvermögen hat im Traum plötzlich wieder Zugang zu Informationen, die uns im Wachzustand verborgen bleiben, weil das Gehirn sie als irrelevant ausblendet. So kommen im Traum manchmal längst verdrängte Erinnerungen wieder zutage, die uns helfen können, ein aktuelles Problem zu bewältigen.

Ich habe auch schon oft durch spontane, verrückte Einfälle im Traum profitieren können und finde es daher sehr schade, wenn jemand das Träumen als Unfug abtut. Klar, den Blick in die Zukunft, den manche dem Träumen zuschreiben, würde ich auch eher im Bereich der Mystik ansiedeln. Aber ist etwas automatisch Blödsinn, nur weil es mit unserem heutigen Wissen nicht erklärbar ist?

So long,
 Martin

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Dieser Satz wurde in mühsamer Kleinstarbeit aus einzelnen Wörtern zusammengesetzt.
  (Hopsel)
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