Hallo,
Normalerweise mache ich einfache Elektoarbeiten wie Stecker/Lichtschalter/Steckdosen austauschen selber. Dafür reichen meine Kenntnisse eigentlich aus, d.h. ich kann stromführende, neutrale und Schutzleiter auseinanderhalten und weiß auch, wie man sowas anschließt. Ein Messgarät hab' ich auch, als früherer Hobyyelektroniker alles kein Problem.
mit der gebotenen Vorsicht ... Man sollte aber trotz allem immer sehr genau wissen, was man tut, weil Fehler hier lebensgefährlich sein können.
Aber jetzt wollte ich in der Mietwohnung meiner Freundin (ein Altbau) eine einfache Wandsteckdose duch eine doppelte ersetzen, und traute meinen Augen nicht: Es kommen nur zwei Drähte mit üblichem Durchmesser (1,5 qmm) an der Steckdose an, ein schwarzer und ein roter. Ok, der Schwarze ist der L-Leiter und der rote der N-Leiter, ...
Die Farbe rot hätte mich hier verunsichert, aber wenn du nachgemessen hast, was L und N ist, in Ordnung.
aber an die Schutzkontakte der Steckdose führt überhaupt kein Draht!
Und DAS darf tatsächlich nicht sein! Ist vielleicht innerhalb des Klemmenblocks an der Steckdose noch eine N-PE-Brücke? Hast du an der abgeklemmten Steckdose Durchgang von der PE-Kralle zu einem der beiden anderen Anschlüsse?
Womit Habe ich es hier zu tun? Ist sowas überhaupt zulässig (oder wenigstens mal gewesen gewesen)?
Nicht dass ich wüsste. Wenn die PE-Kralle wirklich nicht angeschlossen ist, ist das doch bloß eine Attrappe.
Das ist doch lebensgefährlich, wenn man z.B. einen defekten Verbraucher mit Metallgehäuse einsteckt.
Ja, genau. Vor allem, weil der Nutzer in trügerischer Sicherheit gewiegt wird, schließlich sieht er ja eine ordentliche Schuko-Steckdose.
Dachte eigentlich, dass man in so einem Fall eine Brücke zwischen N und dem Schutzkontakt der Steckdose anbringt, bin mir da aber nach einigem Googeln nicht mehr sicher: Diese sog. klassische Nullung ist anscheinend doch nicht zulässig
Nicht *mehr*. Vor vielen Jahren war das aber durchaus üblich. Soweit ich weiß, genießen Altanlagen Bestandsschutz, aber sobald dort etwas an der Installation verändert wird, darf die klassische Nullung nicht mehr beibehalten werden.
nur mit großem Leitungsquerschnitt irgendwo im Keller, wo die Hausleitung ankommt.
Das ist *heute* der Normalfall, weil vom EVU ja nur L1,L2,L3 ankommen und sowohl N als auch PE durch die Erdung des gesamten Gebäudes realisiert sind. Bei größeren Gebäuden ist die N-PE-Brücke manchmal auch erst im Sicherungskasten jeder einzelnen Wohnung; ist hier bei mir so. Damit spart man sich die PE-Ader vom Hauptanschluss zu den einzelnen Wohnungs-Verteilerkästen.
Kennt sich da jemand aus? Kann man einfach die neue Steckdose anschließen wie die die alte, also mit L- und N-Leiter gänzlich ohne angeschlossenen Schutzkontakt?
AFAIS nein. Aber das ist ein Fall, der von der heute üblichen Installation abweicht, und da würde ich auch einen Fachmann konsultieren.
Ciao,
Martin
Das Leben ist lebensgefährlich und endet meistens tödlich.
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