Moin,
Das ändert aber nichts daran, dass die meisten Netzteile durch ihre Glättungs-Elkos ein Vielfaches davon ausbügeln können. Die eine Sekunde habe ich nicht aus Spaß genannt, das schaffen viele Netzteile tatsächlich. Auch heute noch. Auch und gerade die kleinen externen Netzteile für Mini-Verbraucher.
Die ganz leichten elektronischen Netzteile von Handys, Routern, usw. können das i.d.R. nicht mehr. Die haben gerade soviel Reserve, dass sie aus 100 bis 240V Gleich- oder Wechselspannung noch ihre Aufgabe erfüllen können. Kurze Einbrüche in der Primärversorgung (das Licht sieht man gerade so flackern, also müssen es ca. 3-4 Halbwellen sein), führen dann oft schon zum Absturz des Gerätes, denn auch hier spart man gerne die teuren Speicherkondensatoren ein.
das widerspricht meiner Erfahrung. Handys, PDA, Smartphones etc. klammern wir mal aus der Betrachtung aus; die haben einen Akku als Energiequelle und das externe Klötzchen ist "nur" ein Ladegerät. Da sind Ausfälle für ein paar Sekunden oder sogar Minuten sowieso wurscht.
Aber wenn ich an meinem Router, einem der Switches, der Basisstation vom Schnurlostelefon, oder der Wetterstation das externe Netzteil ausstecke, dauert es noch über eine Sekunde, bis die Geräte wirklich ausfallen. Bei einer externen Festplatte geht's etwas schneller, aber auch die übersteht Unterbrechungen im Bereich von Zehntelsekunden ohne feststellbare Auswirkungen.
Das Problem liegt bei den Schaltnetzteilen ja in den hohen Frequenzen. Man benötigt ohnehin einen (sehr teuren) Tantalkondensator (oder ähnliches) für das Tiefpassfilter. Ein Elko ist nicht schnell genug und würde bei den hohen Frequenzen versagen.
Das ist richtig - wenn auch die Schaltfrequenzen normalerweise so hoch sind, dass sie für die damit versorgten Geräte eben *nicht* problematisch werden. Typische Schaltfrequenzen liegen um 50..500kHz, wobei die Hersteller von Schaltnetzteilen gern absichtlich auf das letzte Prozentchen Wirkungsgrad verzichten und die Frequenz lieber etwas niedriger ansetzen. Denn ab 150kHz aufwärts werden Emissionen beim EMV-Test gemessen, und wenn die Grundfrequenz des Choppers darunter liegt, spart man einen Teil der teuren und aufwendigen Entstörmaßnahmen.
Wenn man dann den Tantalen _gerade_ _so_ groß genug macht, kann man den Elko auch weglassen (so die Denkweise der Designoptimierer). Das spart dann auch wieder viel Platz auf der Platine und in der Gehäusehöhe und verbessert die SMD-Fähigkeit.
Ich will nicht ausschließen, dass es Elektronik-Entwickler oder Hersteller gibt, die so denken. Zum Glück sind die nicht die Regel. Ein Netzteil, bei dem der Elko am DC-Ausgang eingespart wurde, ist mir noch nicht aufgefallen. Wohl solche, bei denen dieser Elko für meinen Geschmack etwas knapp bemessen ist - aber immerhin, er ist da.
Ciao,
Martin
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