Manuelw: Welcher USV ist der Richtige für meine Server

Hallo!

Ich habe zu Hause zwei PCs wo ich einen davon als Server einsetze und den anderen als Linux Firewall.

Wollte mir jetzt eine kleine USV zulegen, damit ich bei einem Stromausfall, keinen Datenverlust habe bzw. den PC nicht neu starten muss.

Hab mich jetzt mal so umgeschaut und gsehen, dass die Geräte so um die 100 - 300 Euro meistens nicht mehr Leistung als 800 Watt erbringen.

Habe aber in den PCs ein Netzteil mit 750 Watt und eines mit 350 Watt.

Das ist doch dann eigentlich zu wenig, wenn dann wirklich mal der Strom weg ist und beide auf der USV drauf hängen, oder verstehe ich das falsch?

L.G.
Manuel

  1. Wollte mir jetzt eine kleine USV zulegen, damit ich bei einem Stromausfall, keinen Datenverlust habe bzw. den PC nicht neu starten muss.

    Du hast eine falsche Vorstellung einer USV - eine USV ist dafür da, dass bei einem Stromausfall das Ding ein paar Minuten laufen kann um die Daten noch sicher zu schreiben und dann runterzufahren.

    Ein Notstromaggregat ist etwas anderes.

    Hab mich jetzt mal so umgeschaut und gsehen, dass die Geräte so um die 100 - 300 Euro meistens nicht mehr Leistung als 800 Watt erbringen.

    Ja, siehe oben.

    Habe aber in den PCs ein Netzteil mit 750 Watt und eines mit 350 Watt.

    Was am Netzteil drauf steht, ist nicht relevant - was das ding unterm strich aus der Dose zieht ist relevant. Vermutlich sind beide Netzteile hoffnungslos überdimensioniert.

    Sofern nicht Mama die Stromrechnung zahlt, solltest du da mal nachrechnen - besonders wenn die Kisten 24/7 laufen.

    Das ist doch dann eigentlich zu wenig, wenn dann wirklich mal der Strom weg ist und beide auf der USV drauf hängen, oder verstehe ich das falsch?

    Ausrechnen.

    1. Danke für die schnelle Antwort!

      War natürlich dafür gedacht, dass ich den Server in der Zwischenzeit herunterfahren kann, wenn der Strom mal länger aus ist. Das mit dem neu Starten war nur als Überbrückung gemeint, wenn der Strom mal für einige Sekunden oder 1 - 2 Minuten ausfällt.

      Aber ich werde mir das ganze mal ausrechnen und mir dann demensprechend eine USV kaufen.

      L.G.
      Manuel

      1. War natürlich dafür gedacht, dass ich den Server in der Zwischenzeit herunterfahren kann, wenn der Strom mal länger aus ist. Das mit dem neu Starten war nur als Überbrückung gemeint, wenn der Strom mal für einige Sekunden oder 1 - 2 Minuten ausfällt.

        Und woher weiß die USV ob der Strom jetzt nur 10 Sekunden ausfällt, oder 1 - 2 Minuten oder doch erst in 30 Minuten wieder Saft da ist? :)

        Sobald der Strom kurz weg ist, muss das Ding meckern und den Rechner runterfahren (sofern sie eine Verbindung zu diesem hat und nicht nur Energie liefert).

        Wenn keine Verbindung zum Rechner besteht, kannst du dir das Ding aber auch sparen - du wirst wohlkaum 24 Stunden am Tag dabeihocken und warten, bis es piepst :D

        1. Hallo,

          Und woher weiß die USV ob der Strom jetzt nur 10 Sekunden ausfällt, oder 1 - 2 Minuten oder doch erst in 30 Minuten wieder Saft da ist? :)

          es kommt drauf an, was man von so einem Teil erwartet.
          Hier in unserer Gegend mit sehr zuverlässiger und stabiler elektrischer Versorgung gibt es zwar ab und an Stromausfälle; länger als eine Minute kommt das aber nur alle paar Jahre mal vor. Die meisten sind <1s, was manche Netzteile schon von sich aus durch großzügig bemessene Elkos puffern können.

          Also soll die USV wohl eher vor hausgemachten elektrischen Pannen schützen. Der Klassiker: Licht an, Birne kaputt, Patsch, Sicherung fällt, Zimmer stromlos. Oder das gleiche beim Einschalten eines Staubsaugers. Die ziehen auch oft einen Einschaltstrom, der die Sicherungen schon mal auslöst (vor allem, wenn man die nervösen B-Typen anstatt der etwas trägeren mit C-Charakteristik hat).

          Da man in diesem Fall den "Ausfall" selbst verursacht hat, liegt es auch im eigenen Ermessen, wie schnell man ihn zu beheben gedenkt. Eine Überbrückungszeit von 1..2min sollte für den Gang zum Sicherungskasten genügen - es sei denn, man hat den mit Gerümpel zugebaut und muss ihn erst freilegen. Die Glühlampe tauscht man danach in aller Ruhe aus.

          Sobald der Strom kurz weg ist, muss das Ding meckern und den Rechner runterfahren

          IMHO nein - erst nach einer gewissen Totzeit, die die USV dann natürlich überbrücken muss. Zwei Minuten erscheinen mir angemessen.

          So long,
           Martin

          --
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          1. Hello,

            es kommt drauf an, was man von so einem Teil erwartet.
            Hier in unserer Gegend mit sehr zuverlässiger und stabiler elektrischer Versorgung gibt es zwar ab und an Stromausfälle; länger als eine Minute kommt das aber nur alle paar Jahre mal vor. Die meisten sind <1s, was manche Netzteile schon von sich aus durch großzügig bemessene Elkos puffern können.

            Da es heute immer mehr elektronische Netzteile gibt für Notebooks, NAS, Telefonanlagen, Router, Modems, Switches usw. sollte man die ALLE (zumindest die relevanten) mit USV betreiben und zwar mit einer ONLINE-USV! Die üblichen billigeren Backup-USVs sind nicht schnell genug. Die guten _alten_ PC-Netzteile können noch sieben bis 12 [*] primärseitig ausgefallene Halbwellen verkraften und ausgleichen. Die neueren schaffen das auch nicht mehr.

            Ein Notebook hat ja zum Glück eine eingebaute Notstromversorgung bis zu mehreren Stunden :-)

            Liebe Grüße aus dem schönen Oberharz

            Tom vom Berg

            --
             ☻_
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            / \ Nur selber lernen macht schlau
            http://bergpost.annerschbarrich.de
            1. Hi,

              Die guten _alten_ PC-Netzteile können noch sieben bis 12 [*] primärseitig ausgefallene Halbwellen verkraften und ausgleichen. Die neueren schaffen das auch nicht mehr.

              das liegt an den EMV-Anforderungen, die im Home/Office-Bereich immer schwächer werden. Inzwischen reicht es als Pflichtanforderung schon, wenn ein IT-Gerät *eine* fehlende Halbwelle (10ms bei 50Hz) überbrücken kann.

              Das ändert aber nichts daran, dass die meisten Netzteile durch ihre Glättungs-Elkos ein Vielfaches davon ausbügeln können. Die eine Sekunde habe ich nicht aus Spaß genannt, das schaffen viele Netzteile tatsächlich. Auch heute noch. Auch und gerade die kleinen externen Netzteile für Mini-Verbraucher.

              Ciao,
               Martin

              --
              Ist die Katze gesund,
              freut sich der Hund.
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              1. Hello,

                Die guten _alten_ PC-Netzteile können noch sieben bis 12 [*] primärseitig ausgefallene Halbwellen verkraften und ausgleichen. Die neueren schaffen das auch nicht mehr.

                das liegt an den EMV-Anforderungen, die im Home/Office-Bereich immer schwächer werden. Inzwischen reicht es als Pflichtanforderung schon, wenn ein IT-Gerät *eine* fehlende Halbwelle (10ms bei 50Hz) überbrücken kann.

                Das ändert aber nichts daran, dass die meisten Netzteile durch ihre Glättungs-Elkos ein Vielfaches davon ausbügeln können. Die eine Sekunde habe ich nicht aus Spaß genannt, das schaffen viele Netzteile tatsächlich. Auch heute noch. Auch und gerade die kleinen externen Netzteile für Mini-Verbraucher.

                Die ganz leichten elektronischen Netzteile von Handys, Routern, usw. können das i.d.R. nicht mehr. Die haben gerade soviel Reserve, dass sie aus 100 bis 240V Gleich- oder Wechselspannung noch ihre Aufgabe erfüllen können. Kurze Einbrüche in der Primärversorgung (das Licht sieht man gerade so flackern, also müssen es ca. 3-4 Halbwellen sein), führen dann oft schon zum Absturz des Gerätes, denn auch hier spart man gerne die teuren Speicherkondensatoren ein.

                Das Problem liegt bei den Schaltnetzteilen ja in den hohen Frequenzen. Man benötigt ohnehin einen (sehr teuren) Tantalkondensator (oder ähnliches) für das Tiefpassfilter. Ein Elko ist nicht schnell genug und würde bei den hohen Frequenzen versagen. Wenn man dann den Tantalen _gerade_ _so_ groß genug macht, kann man den Elko auch weglassen (so die Denkweise der Designoptimierer). Das spart dann auch wieder viel Platz auf der Platine und in der Gehäusehöhe und verbessert die SMD-Fähigkeit.

                Liebe Grüße aus dem schönen Oberharz

                Tom vom Berg

                --
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                1. Moin,

                  Das ändert aber nichts daran, dass die meisten Netzteile durch ihre Glättungs-Elkos ein Vielfaches davon ausbügeln können. Die eine Sekunde habe ich nicht aus Spaß genannt, das schaffen viele Netzteile tatsächlich. Auch heute noch. Auch und gerade die kleinen externen Netzteile für Mini-Verbraucher.
                  Die ganz leichten elektronischen Netzteile von Handys, Routern, usw. können das i.d.R. nicht mehr. Die haben gerade soviel Reserve, dass sie aus 100 bis 240V Gleich- oder Wechselspannung noch ihre Aufgabe erfüllen können. Kurze Einbrüche in der Primärversorgung (das Licht sieht man gerade so flackern, also müssen es ca. 3-4 Halbwellen sein), führen dann oft schon zum Absturz des Gerätes, denn auch hier spart man gerne die teuren Speicherkondensatoren ein.

                  das widerspricht meiner Erfahrung. Handys, PDA, Smartphones etc. klammern wir mal aus der Betrachtung aus; die haben einen Akku als Energiequelle und das externe Klötzchen ist "nur" ein Ladegerät. Da sind Ausfälle für ein paar Sekunden oder sogar Minuten sowieso wurscht.

                  Aber wenn ich an meinem Router, einem der Switches, der Basisstation vom Schnurlostelefon, oder der Wetterstation das externe Netzteil ausstecke, dauert es noch über eine Sekunde, bis die Geräte wirklich ausfallen. Bei einer externen Festplatte geht's etwas schneller, aber auch die übersteht Unterbrechungen im Bereich von Zehntelsekunden ohne feststellbare Auswirkungen.

                  Das Problem liegt bei den Schaltnetzteilen ja in den hohen Frequenzen. Man benötigt ohnehin einen (sehr teuren) Tantalkondensator (oder ähnliches) für das Tiefpassfilter. Ein Elko ist nicht schnell genug und würde bei den hohen Frequenzen versagen.

                  Das ist richtig - wenn auch die Schaltfrequenzen normalerweise so hoch sind, dass sie für die damit versorgten Geräte eben *nicht* problematisch werden. Typische Schaltfrequenzen liegen um 50..500kHz, wobei die Hersteller von Schaltnetzteilen gern absichtlich auf das letzte Prozentchen Wirkungsgrad verzichten und die Frequenz lieber etwas niedriger ansetzen. Denn ab 150kHz aufwärts werden Emissionen beim EMV-Test gemessen, und wenn die Grundfrequenz des Choppers darunter liegt, spart man einen Teil der teuren und aufwendigen Entstörmaßnahmen.

                  Wenn man dann den Tantalen _gerade_ _so_ groß genug macht, kann man den Elko auch weglassen (so die Denkweise der Designoptimierer). Das spart dann auch wieder viel Platz auf der Platine und in der Gehäusehöhe und verbessert die SMD-Fähigkeit.

                  Ich will nicht ausschließen, dass es Elektronik-Entwickler oder Hersteller gibt, die so denken. Zum Glück sind die nicht die Regel. Ein Netzteil, bei dem der Elko am DC-Ausgang eingespart wurde, ist mir noch nicht aufgefallen. Wohl solche, bei denen dieser Elko für meinen Geschmack etwas knapp bemessen ist - aber immerhin, er ist da.

                  Ciao,
                   Martin

                  --
                  Die späteren Ehen sind oft glücklicher als die erste, weil das natürliche Ende bereits absehbar ist.
                    (George Bernhard Shaw)
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  2. Hi,

    [USV]
    Hab mich jetzt mal so umgeschaut und gsehen, dass die Geräte so um die 100 - 300 Euro meistens nicht mehr Leistung als 800 Watt erbringen.

    das ist ja auch schon ein Haufen Holz.

    Habe aber in den PCs ein Netzteil mit 750 Watt und eines mit 350 Watt.

    Für einen PC, der "nur" als Home-Server bzw. "nur" als Firewall genutzt wird?
    Reichlich überdimensioniert.

    Das ist doch dann eigentlich zu wenig, wenn dann wirklich mal der Strom weg ist und beide auf der USV drauf hängen, oder verstehe ich das falsch?

    Nein. Ja.

    Wieviel Leistung brauchen die beiden PCs denn *wirklich*? Ich hoffe, es sind im Mittel nicht wesentlich mehr als 100..150W pro Gerät. Ein handelsüblicher Desktop-PC liegt meist so bei 70..100W, wenn er nicht gerade intensiv gefordert wird. Kleine Low-Power-Systeme liegen teils bei 40W und weniger.
    Hochgezüchtete Gamer-PCs, wo allein die Grafikkarte schon über 50W verheizt, setzt man ja eher nicht für solche Aufgaben ein.

    Ciao,
     Martin

    --
    Wenn die Amerikaner eines Tages von jeder Tierart ein Pärchen nach Cape Canaveral treiben ...
    ja, DANN sollte man endlich misstrauisch werden.
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    1. Wieviel Leistung brauchen die beiden PCs denn *wirklich*? Ich hoffe, es sind im Mittel nicht wesentlich mehr als 100..150W pro Gerät. Ein handelsüblicher Desktop-PC liegt meist so bei 70..100W, wenn er nicht gerade intensiv gefordert wird. Kleine Low-Power-Systeme liegen teils bei 40W und weniger.
      Hochgezüchtete Gamer-PCs, wo allein die Grafikkarte schon über 50W verheizt, setzt man ja eher nicht für solche Aufgaben ein.

      Selbst bei Multi-Grafikkarten-Systemen kommt idR. oft nicht auf auf das, was man ausrechnet.

      Mult-GPU-Systeme skalieren schlecht - da kann man nicht einfach "maximale Verlustleistung x Anzahl der Grafikkarten" rechnen. Selbst wenn man das tut, rechtfertigt das idR. kein 750-Watt-Netzteil.

      Eine Radeon 6990 braucht um die 350 Watt - hat man davon 4 Stück drin hat, sind das 8 GPUs - und rechnerisch 1400 Watt, das brauchen die aber niemals. Da es kaum Anwendungen gibt, die dermaßen gut skalieren.

      Eine normale Single-GPU-High-End-Karte kommt auf etwa 150 Watt Verlustleistung.

      Selbst bei einem wirklich ordentlichen Spielerechner kommt man da idR. kaum über 400 Watt.

      1. Hello,

        Selbst bei einem wirklich ordentlichen Spielerechner kommt man da idR. kaum über 400 Watt.

        Würde ja aber bei einer anständigen Wasserkühlung und Wärmespeicher immer noch reichen, um die 10 Liter Abwaschwasser innerhalb von vier Spielstunden noch heiß genug zu bekommen. Also sollten doch alle Eltern die Kinder ruhig spielen lassen bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie rufen können: "Abwaschwasser ist fertig - Du kannst aufhören zu spielen und in die Küche kommen..."

        Liebe Grüße aus dem schönen Oberharz

        Tom vom Berg

        --
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