René Obermann: Billigtarif mit Auszahlung - verstehe ich nicht

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Aber mit solchen Angeboten, sei es auch über Umwege, machen die Provider sich doch unglaubwürdig mit ihrem "teuer ist auch gut". Sie beweisen doch, daß sie eine 5 GB Flat für 5 € verticken können.

Deshalb sind speziell diese Angebote mit Geldauszahlung auch nicht wirklich gern gesehen.

Während andere Firmen, die diese Edelmarkenstrategie fahren - z.B. Kosmetik - ihren Händlern Preisvorschriften machen und den Krempel z.B. ausschließlich über Apotheken vertreiben. Sobald man diese Fettpasten auch bei Aldi für billich kriegt, ist die Marke doch hinüber.

Grundsätzlich richtig, aber es geht ja nicht nicht um Edelmarken, sondern um normale Marken für den Massenmarkt, einen sehr umkämpften obendrein. Das ist schon ein klein wenig etwas anderes.

Du musst zum einen bedenken, dass die Mobilfunker als vergleichsweise junge Branche nach neuen Kundenverträgen bewertet werden.
Hinzu kommt, das Kunden mit Laufzeitverträgen als wertvoller angesehen werden als Prepaid-Kunden. Der Prepaid-Kunde telefoniert eher gelegentlich oder es handelt sich um den typischen Teenager, der noch lernen muss, mit seinem Geld hauszuhalten. Der Vertragskunde ist eher derjenige, der regelmäßig das Telefon nutzt, entsprechend regelmäßig Umsatz generiert, und über einen langen Zeitraum sein Geld verplanen kann, lies: ein festes Einkommen hat (und ein höheres Einkommen als das Teenagertaschengeld).

Um Neuverträge vorweisen zu können, war bislang jedes Mittel recht, selbst wenn diese Verträge, wie in deinem Beispiel, unterm Strich ziemlich müffelten, wie du ja vollkommen richtig beschrieben hast. Aber solange das nur in der Schmuddelecke passiert, wo die Masse der Kunden nicht auftaucht, lässt sich darüber hinwegsehen. Das ist eine letztlich simple Kosten/Nutzen-Rechnung: Die Kosten sind der Ansehensverlust, der Nutzen der neue Vertrag.

Die Erkenntnis, dass Neuabschlüsse alleine keine brauchbaren Geschäftszahlen mehr sind, wenn der Markt gesättigt ist, setzt sich erst langsam durch. Manager, Investmentbanker – was soll man da sagen …