Der Martin: E-Mail Adresse auf Erreichbarkeit prüfen - workaround?

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Hallo,

das tun viele "Volks-Maildienste" wie GMX oder web.de heute noch.
Falsch!

Zitat aus dem Postfix-Logfile von SELFHTML:
Nov 28 22:36:47 odin postfix/smtp[24526]: F0D558D7D0: to=testmail469467946789@web.de, relay=mx-ha03.web.de[213.165.67.104]:25, delay=0.37, delays=0.09/0.01/0.13/0.15, dsn=5.0.0, status=bounced (host mx-ha03.web.de[213.165.67.104] said: 550 Requested action not taken: mailbox unavailable (in reply to RCPT TO command))

wieso habe ich dann vor wenigen Wochen von web.de ein Bounce-Mail bekommen - etwa einen Tag, nachdem ich meine Nachricht abgeschickt hatte, und mit Received-Headern, die tatsächlich bis auf web.de zurückgingen? Und das nur, weil ich mich beim Eingeben der Empfängeradresse vertippt hatte.
Natürlich habe ich diesen Bounce schon längst gelöscht; schade, sonst hätte ich den Header-Auszug deinem Protokoll-Excerpt entgegenhalten können.

es gibt aber reichlich Mailserver von kleinen und mittleren Unternehmen, die alle ankommenden Mails klaglos annehmen und dem Absender den Empfang quittieren, und dann erst untersuchen, ob ein passender Empfänger existiert.
Welche Mailserversoftware, die du kennst, bietet dieses Setup in ihrer Defaultkonfiguration an?

Keine Ahnung, aber ich weiß ja auch nicht, welche Software die tatsächlich einsetzen. Das will ja normalerweise keiner verraten.

Jeder in den letzten 5 Jahren hergestellte Mailserverdaemon verhält sich in seiner Standardkonfiguration so, dass er kein Backscatter mehr verursacht. Unzustellbare Mails werden abgewiesen.

Jaaa, wir reden ja auch nicht von Systemen aus den letzten 5 Jahren, sondern von solchen, die schon 10 Jahre oder länger in Betrieb sind.

[...] Und dann bequemt sich der besagte Admin vielleicht *wirklich*, mal einen Blick ins Log zu werfen, und sagt: "Stimmt, das war letzten Freitag. Ist ausgefiltert worden. Keyword Match. Nein, die Nachricht wurde gelöscht, die kann ich Ihnen nicht mehr zur Verfügung stellen."
Dieses Vorgehen ist auch rechtlich extrem fragwürdig, weil es effektiv die Unterschlagung von Mails ist und nicht sein darf.

Ich weiß. Als ich noch bei diesem Unternehmen angestellt war, hatte ich mal erwogen, mich deswegen in aller Form zu beschweren - nur bei wem? Die IT-Leute sagen nur, sie würden den Anweisungen der Geschäftsleitung folgen, und die GL sagt, das ist richtig so, das ist so gewollt. Und der Betriebsrat besteht in diesem Unternehmen aus Marionetten, die nach besten Kräften versuchen, die Interessen der GL gegen die Belegschaft zu verteidigen.
Also gegen den eigenen Arbeitgeber klagen? Nö, höchstens wenn ich selbst einen Nutzen dadurch hätte.

Außerdem erzeugt es kein Backscatter (das war dein primäres Argument) - wenn der Betreiber des Mailservers sich leisten will, dass Mails, die durch Annahme der Sendung in seinen Verantwortungsbereich gelangen, durch solch ein automatisiertes System spurlos verschwinden, trägt er ganz allein die Verantwortung.

Genau. Und zwar auch die wirtschaftlichen Folgeschäden für solche Mails, die aus Sicht der Mitarbeiter fehlerfrei versendet sind und dann doch ohne Wissen des Absenders im schwarzen Loch verschwinden. Die alten Kollegen, mit denen ich noch regelmäßig Kontakt habe, regen sich oft darüber auf, die Chefs springen ab und zu im Dreieck, aber es ändert nichts.

Das ist aber ok im Sinne von Spam und unbeabsichtigen Auswirkungen auf unbeteiligte Dritte.

Ja. Wenigstens etwas Positives. ;-)

Ciao,
 Martin

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Elefant zum Kamel: "Sag mal, wieso hast du denn den Busen auf dem Rücken?"
Kamel:             "Ziemlich freche Frage für einen, der den Penis im Gesicht hat."
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