Hallo,
Bei der Überlegung „Welche Fernsehempfangsmöglichkeit wähle ich?“ spielt ja auch immer die Kabel-Verlegerei innerhalb der Wohnung (oder eines Hauses) eine Rolle. Für Internetkabel gibt es die Alternative PowerLAN (Powerline), also die Nutzung des Stromkreislaufes einer Wohnung als Datenübermittler mittels Adapter.
Hat hier jemand Erfahrungen gemacht mit dieser Technologie? Empfehlenswert?
meine eigenen Erfahrungen beschränken sich auf diverse Fälle, in denen ich Powerline als Provisorium "quick'n'dirty" verwendet habe. Funktionieren tut's wohl ganz gut, auch phasenübergreifend, zu meinem Bedauern aber nicht von der Wohnung im 3. Stock bis in den Keller. Handhabung und Inbetriebnahme war eigentlich immer unproblematisch, die Übertragungsrate aber stark von den jeweiligen Gegebenheiten abhängig. Wenn die Beschreibung "200Mbit" verheißt, kann man bei 30..50Mbit real schon ganz zufrieden sein.
Empfehlenswert? Nein.
Das Urteil gilt aber nicht aus Anwendersicht, sondern aus Technikersicht. Die Elektroinstallation im Haus besteht aus ungeschirmten Leitungen, deren Verlegung noch dazu alles andere als HF-tauglich ist. Die Verluste auf dem Übertragungsweg sind enorm, man muss senderseitig mit viel Leistung in die Leitung "reinbrüllen", damit beim Empfänger überhaupt noch ein verwertbares Signal ankommt. Ein großer Teil der Energie wird als Funkwellen im Kurzwellenbereich abgestrahlt und macht den Powerline-Betreiber zum ganz besonderen Freund aller Funkamateure in der Umgebung.
Fazit: Wenn möglich, verkabeltes LAN verwenden; wenn möglich, Gigabit.
Andernfalls eher WLAN als Powerline; letzteres nur für vorübergehenden Einsatz.
Ciao,
Martin
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