Linuchs: Politik: Alternatives Wahlverfahren

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Hallo pl,

Bezahlung ist kein Motiv. Was einen Menschen in eine solche Position bringen sollte sind Fähigkeiten.

Ja, "sollte". Wenn es dann aber demokratisch ist, dass Amtsträger nur auf Zeit amtieren, was passiert ihnen danach? Während des Amtes muss ja der bisherige Beruf unterbrochen werden. Schon die Elternzeit von ein paar Monaten macht den Wiedereinstieg problematisch. Und sei es nur deshalb, weil der Ersatzmann dann ohne Arbeit ist.

Und was sind "Fähigkeiten"? Muss ein Kriegsminister persönlich Menschen umgebracht und Städte zerbombt haben, um die Folgen seiner Politik beurteilen zu können? Okay, Kenntnis in Menschenführung kann nicht schaden. Aber wenn ich eine berufliche Aufgabe habe, die mir Spaß macht und in der ich vorankomme, warum sollte ich mich dann stattdessen mit Unwissenden in einem Parlament herumschlagen?

Mal ehrlich - ein König wird auf seinen Job vorbereitet und ist vermutlich der Fähigste seines Volkes für diesen Posten, aber ein Kanzler oder Minister?

Das Volk ist die Lobby. Und wenn gewählt wird, entscheiden nicht irgendwelche Mehrheiten, auch nicht das Kapital sondern das Volk.

Klingt gut, geht aber an der Praxis vorbei: "Wer gewählt ist, hat nichts zu sagen, und wer das Sagen hat, wurde nicht gewählt" (Seehofer). Und wo ist die Wahl des Volkes, wenn das Personal während der Legislaturperiode ausgetauscht wird?

Linuchs