problematische Seite

Hej Felix,

das hast du verschlimmbessert.

wenn Du das so siehst, dann ist Deine Position in dieser Diskussion nicht darauf ausgelegt, eine sinnvolle Lösung zu suchen, sondern irgend ein anderes Ziel zu verfolgen.

Wie bitte? - Könntest du mal erläutern, warum denkst, wer Deine Meinung nicht teilt, kann nicht an einer sinnvollen Lösung interessiert sein?

Ich erinnere mich an eine Umfrage unter Moskauer Kindern und Jugendlichen zu ihrem Berufswunsch. Auf Platz eins statt Auftragsmörder.

Weder kenne ich die Umfrage, noch die Umstände, unter denen sie durchgeführt wurde. Wenn es jedoch um die Diskussion in Deutschland hinsichtlich unseres gegenwärtigen Schulsystems geht, ist diese Umfrage inhaltlich irrelevant und wirkt auf mich eher wie ein absichtliches Stänkern, anstatt eines konstruktiven Versuchs unserem akuten Problem auf den Grund zu gehen.

Dann wird es Zeit, dass du dich am Riemen reißt und zivilisiert diskutierst.

Auf die Umfrage speziell kommt es überhaupt nicht an. Wenn du meinst, dass es nur die Alternative zwischen weiterführender und anderer weiterführender Schule gibt, so ist das realitätsfern.

Nichts anderes soll das Beispiel aus Moskau illustrieren. Ich denke nicht, dass ich Dir damit eine Abstraktionsfähigkeit zugetraut habe, die du nicht zu leisten imstande bist. Das kannst du sehr wohl. Wenn es unbedingt Deutschland sein muss, dann bin ich sicher, du hast selber genug Kenntnisse von Menschen, die frühzeitig auf einen Schulabschluss verzichtet haben. Und nein, die sind nicht alle Berufsmörder geworden. Manche beziehen auch einfach HartzIV oder gehen putzen oder machen sonst etwas, wo sie keine Freude dran haben, weil sie die Folgen ihrer Verweigerung als (ganz) junge Menschen nicht überschaut haben.

Oder resigniert haben.

Du sprichst von Resignation. Nenne das Kind doch bei seinem Namen! Wenn jemand für sich beschließt, dass das gesamte(!) Schulsystem für ihn oder sie nur ein Scheitern bietet, dann liegen Probleme vor, die entweder einen Psychologen oder gar einen Psychiater erfordern.

Das mag sein. Aber wie erreicht er die? Und was ist mit denen, die ohne Resignation (vielleicht zu recht) erkennen, dass unser Schulsystem ihnen kaum eine Chance gibt. Je nach Voraussetzung ist das unter Umständen eine realistische Einschätzung (keine Ahnung, ab welchem Alter man diese Einsicht tatsächlich haben kann).

Es kann aber auch Ablehnung des Systems dahinter stecken.

Die alle weiter durch das System zu schleusen macht jedenfalls nicht viel Sinn. Und darum lehne ich das Verhalten der Lehrerin ab.

Da du hier offenbar Problem-Lösungen erwartest: ich habe keine. Der Waldorf-Ansatz scheint mir sehr interessant und ist mir sympathisch. Ich weiß aber nicht, für wie viele Menschen der taugt. Schon allein, weil es ein christlicher Ansatz ist, wird es aussichtslos die vielen Menschen anderen Glaubens dafür zu begeistern, die auch im bestehenden System schon Probleme haben.

Marc

-- Ceterum censeo Google esse delendam
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