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Hallo Christian,

aber das passt doch nicht. Der Marxismus will eine klassenlose Gesellschaft, wo jeder Güter nach seinen Bedürfnissen erhält und mit seinen eigenen Fähigkeiten zum Gemeinwohl beiträgt. Eine direkte funktionale Beziehung zwischen Geben und Nehmen - sofern ich das richtig verstanden haben - gibt es nicht. Wer viel leisten kann, leistet auch viel. Aber weil er deswegen nicht unbedingt höherere Bedürfnisse hat, bekommt er deswegen nicht mehr. In einer Gesellschaft, die marxistische Ideale lebt, funktioniert das. Bisher hat sich nur gezeigt, dass ein großer Teil der Menschheit für diese Ideale nicht geeignet ist.1

Eine erreichte Bildungsstufe definiert aber meine Leistungsfähigkeit im Geben, und ist deswegen auch in einer klassenlosen Gesellschaft von Wichtigkeit. Jemanden, der 5+7 an Fingern und Zehen abzählen muss, will ich nicht bei der Konstruktion eines Raumschiffs einsetzen.

Deswegen denke ich auch, dass Felix da einen Zusammenhang postuliert der so nicht gegeben ist.

Was jetzt nicht heißt, dass ich Ergebnisgleichheit gutheiße. Chancengleichheit ist der richtige Weg, was aber auch bedeutet, dass man denen helfen muss, deren Bildungschancen durch ihr soziales Umfeld erschwert werden. Helfen beim Nutzen ihrer Chancen. Das ist bei Tarik versäumt worden, wenn er sich zu sehr um seine Familie kümmern musste. Möglicherweise hätte es sogar Hilfen gegeben, sie wurden aber nicht genutzt. Das können wir von hier aus nicht beurteilen. Dass Kinder, deren Eltern reich sind, trotzdem höhere Chancen haben, lässt sich wohl nicht vermeiden. Denn diese Eltern können sich intensive Nachhilfe leisten, oder Privatschulen mit kleinen Klassengrößen. So etwas per Zwang abschaffen zu wollen, wäre auch eine Form von autoritärem Regime.

Rolf

  1. Ich lese gerade nochmal Terry Pratchett, Night Watch. Da schreibt er über Revolution, und meint: Die meisten Revolutionäre haben nicht das Problem, dass man die falsche Regierung hat. Sondern das falsche Volk [für die Ideen der Revolutionäre].

-- sumpsi - posui - clusi
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