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Hallo Martin,

der Tod von Lady Diana hat mich damals wirklich von den Füßen gehauen.

Bei Papst Johannes Paul II war ich tatsächlich erleichtert. Er war lange krank, es war absehbar, und die Kirche war in einem üblen Zustand. Ein neuer Papst konnte das eigentlich nur besser machen. Dann kam Joseph Ratzinger, eigentlich einer der progressiven Stars des Vaticanum II, aber seitdem wieder sehr auf die schwarze Linie eingeschwenkt. Auch Franziskus hat es nicht geschafft, die Beharrungskräfte der Kurie zu verschieben. Insofern war meine Erleichterung nicht sehr berechtigt.

Die Queen hat mich überrascht, ja. Vorgestern hat sie noch - so von Liz zu Liz - die neue Premierministerin begrüßt. Wir waren vorhin beim Tanzen, auf einmal kam jemand rein und sagte dem Tanzlehrer Bescheid, der unterbrach die Musik und gab den Tod der Queen bekannt. Aber umgehauen hat es mich nicht. Vielleicht, weil ihre wirklich aktive Zeit schon etwas länger her ist. Ähnliches gilt für Gorbi. Er hat Deutschland die Wiedervereinigung ermöglicht und damit die letzten 30 Jahre massiv beeinflusst. Ich habe seinen Tod zur Kenntnis genommen, bin aber nicht in Trauer verfallen.

Warum mich Lady Diana betroffen hat? Ich kann es nicht sagen. Vielleicht wegen der Umstände ihres Todes? Wegen Elton Johns "Candle in the Wind"? Dieses Lied hat mich echt fertig gemacht, auch wenn es "nur" ein Rewrite der Marylin Monroe Fassung war.

Eine andere Person des öffentlichen Lebens, deren Tod mich auch wirklich betroffen hat? Kann ich im Moment nicht sagen. Bin ich jetzt ein empathiefreier Tropf? Mag sein.

Rolf

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