Rolf B: Amazon gibt auf - Daten der AWS Region Bahrain sind verloren

Hallo alle,

durch den Krieg zwischen USA und Iran kam es im Frühjahr zu Angriffen auf die AWS-Infrastruktur in Bahrain. „Aus Gründen“ ist Bahrain mit seinen knapp 1,5 Mio Einwohnern eine eigene Region. Zum Vergleich: eine weitere Region ist "eu-central-1" in Frankfurt, die unter anderem Deutschland bedient.

Jede Region ist in mind. drei Verfügbarkeitszonen (AZ) aufgeteilt, und jede AZ besitzt mind. ein Datacenter. Jedes Datacenter bedient maximal eine AZ.

Iran hat im März die AWS Datacenter in Bahrain angegriffen und schwere Schäden hervorgerufen. Die Kunden wurden aufgefordert, mit ihren Backups woanders weiterzumachen, und AWS versucht seitdem, Bahrain wiederherzustellen.

Heise berichtet über den Misserfolg: https://www.youtube.com/watch?v=MGP0cX0S5w0

Beziehungsweise schriftlich: https://www.heise.de/news/Iran-Krieg-Alle-AWS-Daten-in-Bahrain-sind-zerstoert-11454487.html

Die Lehre daraus: Daten in einer Cloud zu haben ist kein Backup.

Rolf

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sumpsi - posui - obstruxi
  1. Servus!

    Die Lehre daraus: Daten in einer Cloud zu haben ist kein Backup.

    @Felix Riesterer hatte letzte Woche ein T-Shirt:

    „Es gibt keine Cloud, nur den Computer von jemand anderem!“ (oder so ähnlich)

    Herzliche Grüße
    Matthias Scharwies

    1. Lieber Matthias,

      @Felix Riesterer hatte letzte Woche ein T-Shirt:

      ja, in etwa so: Bild-Link

      Liebe Grüße

      Felix Riesterer

      1. Hallo Felix,

        das T-Shirt überspitzt natürlich, aber der Punkt ist: bei einem Cloud-Dienstleister ist es nicht somebody else's computer, sondern somebody else's data center, mit ganz anderen Voraussetzungen für Skalierbarkeit und Ausfallsicherheit.

        Natürlich zahlt man das auch. Aber wenn Du es brauchst, dann zahlst Du das sowieso – entweder im eigenen Keller oder im Keller anderer Leute. Ich hatte vorletzte Woche die Gelegenheit, das Datacenter meines Arbeitgebers zu besichtigen. 4 große RZ Module (= Serversäle), 3 davon voll mit Server-Racks, eins gerade im Begriff, gefüllt zu werden. Und das war nur Site 1, das ganze gibt's in einem anderen Gebäude des Campus nochmal. Und darunter läuft ein eigenes Gaskraftwerk - leider. Meine Frage nach EE-Versorgung wurde mit Schulterzucken beantwortet. Allerdings zieht auch jeder einzelne Server mit seinen 64 oder 128 Kernen locker 5 KW, da ist man schnell im zweistelligen Megawattbereich. Ohne die drei Druckstraßen für die ausgehende Kundenpost zu rechnen (Dokumentenechte Farbtintenstrahler, wo der Druckkopf, äh, die 6 Druckköpfe komplett über die A3-breite Papierbahn gehen). Und die Scanner für die eingehende Kundenpost. Und: wir sind nicht die Allianz. Was bei denen in den Katakomben steht, dürfte unser RZ winzig aussehen lassen.

        Wenn Amazon, Google oder Microsoft das in ihre eigenen Hyperscaler übernehmen, würden wir ein Vermögen an Betriebskosten sparen (und dafür genauso viel an den Cloud-Anbieter zahlen). Aber wir hätten die Verantwortung bei denen abgeladen, die das Spezial-Knowhow haben. Und uns abhängig gemacht. Aber das sind wir sowieso. Wir nutzen bereits so viele Cloud-Systeme…

        Und, wie gesagt, die Kosten haben wir eh. Stromversorgung. Kühlung. Zugangssicherheit. Monitoring - der Leitstand ist ein gewaltiges Ding und beschäftigt permanent 2 Personen. Dazu noch die Leute, die durch die RZ-Module turnen und für den Aufbau und Austausch von Hardware zuständig sind.

        Für uns kleine Wichte ist das alles unvorstellbar riesig. Ein Rechenzentrum ist ein Hochenergie-Gebilde, das jederzeit kurz davor steht, zu einem Feuerball zu werden, und trotz aller Anstrengungen immer zu langsam ist.

        Rolf

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