Hi Britt,
Wie errechne ich die Ladezeiten, einmal mit normalem Modemanschluß, einmal mit DSL, einer Seite?
ich nehme Dein Wort "errechnen" mal sehr ernst (Du hättest ja auch "schätzen" schreiben können) und erlaube mir einen kleinen Exkurs zum Thema.
Was immer Dir auch an Tools genannt wird - das konkrete Download-Volumen (und damit die Download-Zeit, welche sich aus dem Verhältnis zwischen Volumen und Übertragungsgeschwindigkeit ergibt) ist immer _auch_ abhängig vom verwendeten Browser und dessen Konfiguration.
Einen 'absolut wahren' Meßwert unabhängig voneiner konkreten Anforderung durch einen konkreten Browser einer konkreten Konfiguration kann es also gar nicht geben.
Das Abholen einer "Seite" (inklusive der dabei wahrscheinlich subsummierten Ressourcen wie Bilder, CSS- und JavaScript-Dateien) besteht aus meist mehreren einzelnen HTTP-Requests (gesendet vom Browser) und HTTP-Responses (gesendet vom Server). Jedes dieser Pakete umfaßt eine Menge von HTTP-Header-Zeilen, welche die Anforderung bzw. die Antwort beschreiben.
Die HTTP-Header der Antworten werden _meistens_ unabhängig vom Browser immer gleich aussehen (beim Self-Portal hier ist das beispielsweise aber nicht so - Stichwort "Komprimierung"); die HTTP-Header der Anforderungen jedoch hängen davon ab, wie umfangreich der Browser seine Anfrage beschreibt (was wiederum teilweise in der Browser-Konfiguration einstellbar ist, in manchen Bereichen sogar nur in gewissen Konfigurationsdateien oder gar der Windows-Registry).
Du mußt also zu jeder einzelnen Ressource, die via HTTP angefordert wurde, ein Paar solcher HTTP-Header dazu zählen. Und das trifft auch dann zu, wenn der Browser 0 Bytes Nutzdaten übertragen hat, weil er beim Server erfolgreich nachgefragt hat, daß er den Inhalt seines Cache für eine bestimmte Ressource weiterhin verwenden darf! Die Frage selbst kostet eben auch etwas.
Schätzwerte für die Größe dieser Header: Beim Server sind es oftmals 200-300 Bytes; bei Browsern habe ich schon Werte über 700 Bytes erlebt, was sich durch gute Konfiguration (Referrer abschalten, User-Agent ändern, "Accept:"- und "Accept-Encoding:"-Header auf das Minimum beschränken) auf Werte um die 200-250 Bytes reduzieren läßt.
Jede HTTP-Roundtrip kostet also zwischen 500 und 1000 Bytes zusätzlich - das kann ggf. deutlich mehr sein als die 200 Bytes eines kleinen GIF-Icons.
Diesen HTTP-Header-Traffic mußt Du zu den Netto-Nutzdaten der Seite addieren. Je kleiner die von Deiner Seite ausgelieferten Ressourcen sind, um so größer wird der Rechenfehler, wenn Du das vernachlässigst.
Allfällige Meßprogramme könnten diese HTTP-Header natürlich mitzählen, wenn sie wollten - das Problem dabei ist, daß sie selbst durch willkürliche Entscheidung ihrer Arbeitsmethodik (nämlich der Art und Weise, wie _sie_ ihre HTTP-Anforderungen an die zu messende Seite stellen!) das Meßergebnis selbst beeinflussen.
Viele Grüße
Michael
T'Pol: I apologize if I acted inappropriately.
V'Lar: Not at all. In fact, your bluntness made me reconsider some of my positions. Much as it has now.