Moin,
Nichts gegen deinen EMFF, aber vielleicht ist es gerade ein Qualitätskriterium von "echten" Enzyklopädien, dass sie Redakteure haben, die im vorraus entscheiden, welche Artikel aufgenommen werden und dabei Unwichtiges von Wichtigem trennen?
Richtig. Ein Projekt wie Wikipedia wird nie Lexika wie Brockhaus oder Encyclopædia Britannica ablösen können.
1. Es liegt in der Natur des Projekts "Wikipedia", dass große Disparitäten zwischen den Wissensgebieten auftreten: Wiki wird größtenteils von PC-Freaks gefüttert, deshalb konzentriert sich das Projekt größtenteils auf - objektiv betrachtet zum Teil nebensächliche - Computerbegriffe. Ansonsten noch auf unwichtige Lifestyle-Themen und boulevardeske Personen, die in wenigen Jahren zurecht vollkommen vergessen sein werden (zB. Manuel Andrack, Oliver Pocher...). Auf der Strecke bleiben dabei die _wirklichen_ Wissensgebiete wie etwa Kunst und Geschichte.
2. Eine Enzyklopädie sollte den Anspruch erfüllen, sachlich zu informieren. Davon kann keine Rede sein, wenn jeder User Artikel über sich, seine Produkte o.ä. selbst verfassen bzw. so abändern kann, dass sie ihm in den Kram passen.
3. Niemand hat die Verantwortung für die Inhalte Wikipedias. Daraus in ernsthaften (wissenschaftlichen) Abhandlungen zu zitieren, verbietet sich von selbst. Man hat keine Garantie auf Korrektheit, denn kurz vorher kann ein "Vandale" oder Ignorant falsche Fakten eingegeben haben. Die echten Enzyklopädien werden von Fachredakteuren (in einem einheitlichen, orthographisch korrekten Stil!) erarbeitet, die mit ihrem Namen verantwortlich für das Werk zeichnen.
4. Technisch scheinen die Zukunftsaussichten für Wikipedia schlecht zu sein. Schon jetzt, nach wenigen Jahren, sind die Server hoffnungslos überlastet. Zu jedem Artikel werden zig Versionen abgespeichert, was das Volumen von Wikipedia exponentionell steigert.
Aber man muss auch sagen, dass Wikipedia durchaus beeindruckend und phänomenal ist. Zum schnellen (bzw. langsamen *g*) Nachschlagen reicht es auch meistens aus.
Grüße aus Hamburg
Michel
Ein Problem ist halb gelöst, wenn es klar formuliert ist. (John Dewey)