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  • Hej Hans,
  • > gibt es denn Mutmaßungen darüber, wie hoch der Anteil der Tastaturuser wirklich ist?
  • > Habe zumindest auf Anhieb nichts gefunden. Wie könnte man das überhaupt herausfinden- eventuell mit JS Mausbewegungen detektieren, bzw. die Benutzung der Tab-Taste?
  • Leider nein. Auch für mich ist das nicht wichtig, weil ich keine Webseiten für Tastaturnutzer (Sehende oder Blinde? - Die müssen unterschiedlich bedacht werden!), Gehörlose oder Menschen mit Schüttellähmung mache, sondern Webseiten, die für alle besser bedienbar sind und jedem Wahlmöglichkeiten geben.
  • Gerade Entwickler lieben die Tastatur. Wenn ich Entwicklerschulungen gebe, zeige ich gerade die Vorteile und die Effizienz, wenn man eine Website mit Tastatur bedient (Verwendung von Strg-F, Bereiche überspringen mit Sprunglinks, also z.B. direkt zum Hauptbereich oder im Menü mit Pfeiltasten navigieren usw).
  • Die Begeisterung ist jedesmal groß. Die Frage ist also nicht, wie viele Menschen sind auf Barrierefreiheit angewiesen (kann ich also auf die paar Hansel verzichten, wenn ich jetzt mal rein egoistisch an die Sache rangehe), sondern die Frage ist: wie viele Menschen profitieren von einer zugänglichen Umsetzung.
  • Die Frage kannst du dir eigentlich selber beantworten. Die Richtlinien für barrierefreie Webseiten schreiben ausreichend große Klickflächen vor (etwas was Tastatur-Nutzer völlig egal sein kann übrigens, aber das nur am Rande). Was meinst du wie vielen Menschen fällt es leichter, die große Fläche zu treffen, als eine kleine?
  • Richtig. Allen!
  • Barrierefreiheit ist gut für **alle** Besucher. Sie gibt ihnen z.B. die Möglichkeit zu wählen zwischen einem fummeligen Trackpad auf dem Laptop unterwegs oder eben der Tastatur. Aber auch jedes andere beliebige Eingabe - und **Ausgabegerät** kann benutzt werden. Eine Barrierefreie Webseite kannst du dir also nicht nur durchlesen, sondern auch vorlesen lassen.
  • Und das kommt nicht nur allen Besuchern zugute, es macht auch noch Riesenspaß. Wenn ic das auf Schulungen zeige, sind Leute immer enttäuscht, von Webseiten, bei denen das nicht geht. Eine barrierefreie Webseite (z.B. ein längerer Artikel in einer online-Zeitung) kann z.B. auf dem Weg zur Arbeit vorgelesen werden - oder beim Zähneputzen, Frühstücken, über Kopfhörer im Bus usw.
  • Das bedeutet die Frage, die mir wichtig ist, lautet so: "bringt eine barrierefreie Website ein besseres Nutzererlebnis und für wen?"
  • Und die Antwort (ich wiederhole mich) lautet eben: für alle meine Besucher ist eine barrierefreie Website besser.
  • Und das ist ein Wettbewerbsvorteil, der sich nicht wegreden lässt und der sich auszahlt!
  • Nicht zu reden davon, dass du das dann gerne auch marketingtechnisch ausnutzen darfst (soziales Engagement und so). In der Bibel steht schon, man soll sein nicht nicht unter einen Scheffel stellen.
  • Nicht zu reden davon, dass du das dann gerne auch marketingtechnisch ausnutzen darfst (soziales Engagement und so). In der Bibel steht schon, man soll sein Licht nicht unter einen Scheffel stellen.
  • Die Frage ist also jetzt mal wieder rein egoistisch betrachtet, zahlt sich Barrierefreiheit aus? Und ich meine zu ahnen, die Frage kannst du dir jetzt selber beantworten. 😉
  • > In dem selben Kontext habe ich überlegt, ob das Ausschließen von Usern mit Adblock eigentlich legitim ist.
  • Warum nicht? Ich kenne kein Gesetz, das es vorschreibt, dass ich jedem Menschen der Welt Zugang zu meinem Angebot geben muss.
  • Aber auch hier würde ich mir eine andere Frage stellen: warum haben die Abblocken so eine Hochkonjunktur. Kann es sein dass wir Werbetreibenden es übertrieben haben?
  • Und was können wir machen? Werden mehr Leute auf unseren Webseiten die Werbung anschauen, wenn wir Adblock-Nutzer rauswerfen? Oder werden wir dann am Ende gar keine Besucher mehr haben?
  • Ich meine hier täte etwas mehr Markt gut. So lange alles umsonst ist, kann sich jeder bedienen, wo er will.
  • Wenn Zeitungen wieder gekauft werden müssen (auch online), wird man sich für die mit dem interessantesten Inhalt entscheiden. Dann werden vermutlich ähnlich viele überleben wie zu Print-Zeiten. Und die Werbung wird auf ein erträgliches Maß zurückgehen und vermutlich wird es auch Zeitungen geben, die dann auf Tracking verzichten (das, was mich an Werbung am allermeisten stört)…
  • > Mal ganz davon abgesehen, hat ein eingeschränkter, weil behinderter, User eine andere Qualität als jemand mit Adblock.
  • Wir sind alle behindert, weil kein einziger Mensch auf der Welt alle geistigen und körperlichen Fähigkeiten mindestens durchschnittlich ausgebildet hat. In irgendeiner Hinsicht ist jeder von uns schlechter als der Durchschnitt. Das behindert uns in der Regel nicht. Hürden (wie schlechte Webseiten oder Stufen), die uns in den Weg gestellt werden, behindern uns alle!
  • Marc
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  • Ceterum censeo Google esse delendam