Moin!
Im Grunde verstehe ich diese ganze Diskussion nicht. OK, Ton- und Filmträger sind in ca. zehn Jahren vergleichsweise teuer geworden, OK, Otto Normal hat das Geld nicht mehr so locker sitzen, OK, viele CDs sind mittlerweile Un-CDs, ganz zu schweigen von Film-DVDs, OK, die Radiosender spielen nur "zugesteckten" Chartmüll in der Dauerrotation, OK, Musiksender gibt es im Fernsehen praktisch nicht mehr, aber warum bedient sich Otto Normal dann illegaler Quellen, um an die gewünschte (gute) Musik zu kommen?
"Gute" und verständliche Künstler sind ihr Geld wert und sollten auch ein Ohr für ihre Fans bezüglich überhöhter Preise und Abspielschutzmethoden haben; die Künstler sehen von dem vielen Geld nämlich nicht allzuviel und wissen häufig auch gar nichts von der Verstümmelung ihrer Werke.
Wenn man allerdings der Musik- und Filmindustrie gegenüber seine Abneigung ausdrücken möchte, halte ich "Diebstahl" für das falsche Mittel, weil es deren Manager nur in der weiteren Einschränkung der ehrlichen Kunden bestärkt. Stattdessen muss das Motto _Boykott_ heißen. Es gibt so viele gute Werke, die von den Künstlern im Selbstvertrieb oder zu fairen Bedinungen (z.B. Creative Commons) erhältlich sind. Man kann den Künstlern dabei gerne mitteilen, dass man ihr neuestes Album oder die neueste DVD gerne gekauft hätte, aber ...
Boykott ist außerdem ein Mittel der Wahl gegen die verblödende Dauerrotation im Rundfunk. Es wird niemand dazu gezwungen, freie oder Internet-Radios zu hören. Außerdem: Laut deutschem Recht ist es (noch) erlaubt, aus dem Radio mitzuschneiden.
Warum also vom rechtlichen Standpunkt her illegale Downloads?
Viele Grüße,
Robert