Længlich: Wie viel Kommas braucht die Wurst

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Din tè!

"Für alle, die wissen wollen wie 'ne Wurst schmeckt."

Und nach der "alten" Schreibung wären es zwei Kommata:

"Für alle, die wissen wollen, wie 'ne Wurst schmeckt."

Ok, ich bevorzuge die neue Schreibung, aber weißt Du zufällig, welche Regel hier zur Anwendung kommt?

Mit dem Relativpronomen "die" beginnt ein Relativsatz, der immer durch Kommata vom Hauptsatz abgetrennt werden muß (sowohl vor als auch nach der Reform). Daß der Hauptsatz hier wegen des fehlenden Prädikats grammatikalisch unvollständig ist, spielt dabei keine Rolle.

Das zweite Komma vor dem "wie" steht in der alten Rechtschreibung, weil das "wie" hier ebenfalls einen Nebensatz einleitet (das erkennt man daran, daß darauf ein Subjekt ("'ne Wurst") und ein Prädikat ("schmeckt") folgen und nicht nur ein Objekt).
In der neuen Rechtschreibung ist dieses Komma optional, d.h. Du kannst es setzen, mußt aber nicht. Je länger und/oder verschachtelter ein Satz wird, desto mehr empfiehlt es sich IMHO, solche Kommata zu setzen, da die Struktur sonst mitunter sehr schwer zu erkennen ist. Ich persönlich setze immer so viele Kommata wie möglich, würde hier also auch das zweite verwenden. Wenn ich Deinen Satz so vor mich hin sage, bemerke ich bei mir auch eine Sprechpause vor dem "wie".

Viele Grüße vom Længlich

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Mein aktueller Gruß ist:
Gulmancema (gesprochen in Burkina Faso)