Polemik beiseite,
Aus diesen Gründen ist sie in meinen Augen eine überflüssige Hürde, die jeder nehmen muss, der normativ korrekt schreiben möchte. Normativ korrektes Schreiben ist aber etwas, was in unserer Gesellschaft durchaus über den gesellschaftlichen Status und damit über Chancen (mit)-entscheidet.
"Wissen ist Macht", eine veraltete Sicht der Dinge, es herrsche die Verblödung *g*
Die Sentenz ist zwar ein wenig aus der Mode gekommen, aber blöde oder im Kern falsch scheint sie mir nicht. Wenn du etwas gegen angestaubte (Halb-)Wahrheiten hast, kauf dir einen Staubwedel.
Das Festhalten an komplizierten Regeln kostet Millionen Menschen Lebenszeit
die man trefflich vor dem Fernsehgerät verbringen könnte. Die größte Schlamperei ist da das Chinesische, bevor man richtig schreiben lernt ist man bereits tot.
Es steht zu vermuten, dass ein Schriftsystem wie das Chinesische hinderlich ist, wenn alle darauf angewiesen sind, lesen und schreiben zu können (Begriffe wie Anaphabetismus wollen zum Chinesischen nicht so recht passen). Aber möglicherweise ist das unwichtig und ein gegenüber der Aufrechterhaltung von Traditionen zu vernachlässigender Faktor).
Ich schlage deshalb vor, zunächst die chinesische Schrift zu verbieten, in einem zweiten Schritt eine Arbeitsgruppe zu bilden, die die Vereinfachung der deutschen Sprache voran treibt, einige machen ja hier im Forum bereits mit, herrlich, wie das schon funzt!
Ja, es ist schon sehr ärgerlich, dass Sprache sich verändert und Menschen lange Wörter verkürzen. Das Leben wäre so viel einfacher, wenn die Franzosen, Italiener und Spanier das gelassen hätten. Dann sprächen die heute alle Latein :-))
Ich würde gern bei den Arbeitsgruppen mitmachen, die erstens für Verbote alberner Lautumsetzungen durch überzählige Buchstaben wie in "Cointreaux" eintritt;
Wie wäre es, wenn wir mit einfacheren Dingen beginnen würden: fiel, viel, stiehl, Stil, Stiel usw.
Fernziel sollte das Verbot von Lauten sein, die Ausländern das Lernen einer Sprache erschweren wie zum Beispiel das alberne "th" im Englischen und im Griechischen. Um ein generelles Verbot der Sprachen Serbokroatisch, Thai, Polnisch und aller tonalen Sprachen kommen wir wohl nicht herum.
Hm, im ersten Schritt müssten wir dann herausfinden, welche Laute es überhaupt gibt. Dann filtern wir diejenigen Laute heraus, die allen Sprachen gemeinsam sind. Aber wie soll es dann weitergehen? Ich fürchte, wir enden bei Esperanto. Etwas angestaubt, die Idee, nicht wahr?
Angesichts der Globalisierung fordere ich langefristig die Reduktion auf eine Sprache, möglichst eine, die schon viele sprechen und die auch Idioten schnell lernen können.
Dazu scheint das Englische hervorragend geeignet zu sein.
Sieht so aus, nicht wahr? Wie sonst hätte es sich zur lingua Franca unserer Zeit entwickeln können, wohl leider eher im Wort als in der Schrift, denn der englischsprachige Raum hat eine Rechtschreibreform mit Sicherheit noch nötiger als wir.
Die Regeln einer korrekten Sprache sollten ebenso wie die Steuergesetze einer modernen Wirtschaft auf einen Bierdeckel passen, damit man am Stammtisch besser darüber diskutieren kann.
Ein Bierdeckel ist vielleicht für beide Regelwerke etwas arg klein und wegen der aufgedruckten Werbung nicht der richtige Beschreibstoff. Auch der von dir genannte Zweck scheint mir nicht dringlich. Ich glaube nicht, dass Rechtschreibung und Steuergesetzgebung an Stammtischen mehrheitsfähiges Lieblingsthema sind.
Warum ich allerdings in einer Gesellschaft mit demokratischen Anspruck erst Jura studieren und eine Ausbildung als Steuerberater machen muss, um zu wissen, was ich darf und was ich nicht darf, ist mir schleierhaft. Eine Demokratie beruht darauf, dass das Recht öffentlich ist, denn nur dann kann sich jeder darauf berufen. Bei uns ist das nur noch höchst mittelbar der Fall.
Was hältst Du vom Verbot des Erlernens toter Sprachen wie Latein und HTML?
ad 1) Wie du vielleicht schon mitbekommen hast, halte ich schon nicht viel von überflüssigen Regeln, von überflüssigen Verboten mal ganz zu schweigen. Du bist derjenige, der von Verboten spricht, ich nicht.
ad 2) Das Attribut 'tot' in Bezug auf humane Sprachen ist zumindest so lange unangebracht, wie sich ihre Sprecher und Schreiber durch erhaltene Schriften der Nachwelt mitteilen.
ad 3) Ich habe Latein nur deshalb studiert, weil ich im Kern masochistisch bin, und aus diesem Grunde treibe ich mich auch in diesem gelegentlich auch HTML thematisierenden Forum rum.
Schönes Restwochenende, Uschi