Hallo Chräcker,
Sprache ist kein Selbstzweck, sie dient zur Kommunikation mit realen
Menschen,
Im Falle der Kommunikation mit realen Menschen sollte man sich sicherlich
bemühen, auf einer gemeinsamen Ebene zu kommunizieren.
Allerdings, wie Du hier in diesem Thread siehst, gibt es durchaus Menschen,
denen es Spaß macht, sich mit sprachlicher Exaktheit oder den hier im Forum
oft bemühten Buzzwords Semantik, Syntax, Barrierefreiheit etc. pp.
auseinanderzusetzen (Ich z.B). Sicherlich meist wegen positiver Effekte
in der Realität, aber auch als Selbstzweck.
Der Anreiz liegt hier entweder auf dem Gegenstand (Sprache) oder gar in
der Tätigkeit (des Fachsimpelns und des Austauschens von Argumenten)
selber. (Ich schrieb letzte Woche eine Klausur mit dem Thema »Allgemeine
Psychologie II: Motivation & Emotion«. Ähem) Insofern ist Sprache, das
Beschäftigen mit Sprache oder das Spiel mit Sprache auf durchaus ein
Selbstzweck und Grund genug, Deine Aussage nicht so kategorisch stehen
zu lassen. :-)
Bezüglich Deines kleinen Seitenhiebes auf die Studenten im Posting
weiter oben:
Meiner Erfahrung nach sind im Studium noch ganz andere Anforderungen an
sprachliche Exaktheit gefordert, als das bischen hier im Forum. In den
Naturwissenschaften wird sich dann oft der exaktesten Sprache von allen
bedient - der mathematischen. (Daß ein Zusammenhang zwischen Studium
und Verhalten hier im Forum oder andersortens bestehen kann, möchte
ich nicht bestreiten)
(übrigens ein Bsp. Wörter, die hier im Ort nicht richtig verstanden
würden, sind im letzten Satz: Selbstzweck, Kommunikation, "realen
Menschen", Lebensfreude)
Oh. Mein Beileid. Insbesondere, wenn letzterer Begriff nicht verstanden
wird. :-/
Es gibt übrigens einen vollkommen konträren Entwurf zu Deiner Aussage,
nämlich, daß Kommunikation kein Selbstzweck ist. Manche derjenigen, die
solche Aussagen treffen, begründen dieses auch mit Begriffen wie
Lebensfreude bzw. Lebensqualität.
- Tim
Ich kenne Leute, die in der Mensa Splitterschutzwesten
fürs Paintballspielen austauschen.